Erklärung vor dem weißen Haus

Präsidentschaftswahl: Joe Biden will nicht kandidieren

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Der Vize-Preäsident Joe Biden zusammen mit seiner Frau Jill Biden und Barack Obama am Mittwoch vor dem Weißen Haus.

Washington - Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten lichtet sich der Nebel. Nach dem Verzicht von Vizepräsident Joe Biden sieht alles nach einer Kandidatur von Hillary Clinton aus - wenn die Umfrageinstitute richtig liegen.

US-Vizepräsident Joe Biden hat mit einem Verzicht auf eine Präsidentschaftskandidatur Ex-Außenministerin Hillary Clinton weiter in die Favoritenrolle bei den Demokraten gedrängt. Biden gab seine lange Zeit mit Spannung erwartete Entscheidung am Mittwoch im Rosengarten des Weißen Hauses in Washington bekannt, zu den Zuhörern zählten Präsident Barack Obama und Bidens Ehefrau Jill. Zuvor hatte zahlreiche Interessengruppen, darunter die Feuerwehrleute-Gewerkschaft, Biden zu einer Kandidatur gedrängt.

Nach dem Verzicht des Vizepräsidenten bleiben mit der früheren First Lady Clinton sowie Senator Bernie Sanders aus dem Bundesstaat Vermont zwei Bewerber mit ernstzunehmenden Chancen um die Kandidatur für die demokratische Partei. Clinton gilt nach Umfragen als hohe Favoritin.

Das Zeitfenster, um eine erfolgreiche Kampagne für eine Kandidatur aufzustellen, habe sich geschlossen, sagte Biden am Mittwoch. Er begründete seinen Verzicht unter anderem auch mit familiären Gründen. Der Politiker hatte erst im Mai seinen Sohn Beau verloren. Er war an den Folgen eines Gehirntumors im Alter von nur 46 Jahren gestorben.

„Während meine Familie und ich mit der Trauerarbeit beschäftigt waren, habe ich immer wieder gesagt, dass es gut sein kann, dass der Prozess und die Zeit, die wir dafür brauchen, das Fenster schließen können - ich habe entschieden, es hat sich geschlossen“, sagte Biden. Er wolle sich aber weiter im politischen Prozess aktiv zu Wort melden.

Clinton teilte mit: „Joe Biden ist ein guter Mann und ein großartiger Vizepräsident.“ Wie Millionen andere bewundere sie seine Hingabe an die Familie und seine Würde in der Trauer. Sie sei sicher, dass Biden auch nach seiner Entscheidung weiter in der ersten Reihe für die gemeinsame Sache kämpfen werde.

Die Umfragen für den 72 Jahre alten Vizepräsidenten als Nachfolger seines „Chefs„ Obama waren zuletzt nicht besonders gut. Eine Mehrheit der Wähler der demokratischen Partei hatte sich dafür ausgesprochen, dass Biden nicht ins Rennen gegen Hillary Clinton und Bernie Sanders geht. Für den Fall einer Bewerbung sahen die Meinungsforscher ihn nur auf dem dritten Platz hinter Clinton und Sanders.

Für Biden wäre es der dritte Anlauf auf das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten gewesen. 1988 war er nach einer Plagiatsaffäre zur Aufgabe gezwungen worden. 2008 war der erfahrene Senator aus dem Staate Delaware bereits in der ersten Vorwahl weit abgeschlagen gescheitert und hatte aufgegeben.

dpa

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