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Putin-Invasion? Deutsche sollen Ukraine sofort verlassen - Pentagon-Chef hält Russland für angriffsbereit

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Von: Kathrin Reikowski, Cindy Boden, Christina Denk

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Die Ostukraine ist weiter Schauplatz von Gewalt. Deutschland verschärft die Reisewarnung für die Ukraine. US-Politiker sehen Russland bereit zum Angriff. News-Ticker.

Update vom 19. Februar, 21.40 Uhr: Die Nato erwartet eine umfassende Attacke der russischen Armee auf das Nachbarland Ukraine.

„Alle Zeichen deuten darauf hin, dass Russland einen vollständigen Angriff auf die Ukraine plant“

 Jens Stoltenberg - Generalsekretär der Militärallianz in den ARD-„Tagesthemen“

Jens Stoltenberg, zurzeit Gast der Münchner Sicherheitskonferenz, sprach von einem fortgesetzten militärischen Aufmarsch. „Es werden keine Truppen zurückgezogen, wie Russland das angibt, sondern es kommen neue Truppen hinzu.“ Es gebe außerdem Anzeichen, dass Russland sich darauf vorbereite, einen Vorwand für einen Angriff zu schaffen.

Stoltenberg hält trotz der drohenden Eskalation weiter an einer politischen Lösung des Konflikts fest. „Wir wollen Russland dazu bringen, den Kurs zu ändern und sich mit uns zusammenzusetzen.“ Auf die Forderung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nach mehr Ehrlichkeit in der Frage einer Nato-Mitgliedschaft seines Landes antwortete Stoltenberg: Eine Nato-Mitgliedschaft sei möglich, aber letztlich die Entscheidung von 30 Alliierten. Es gehe momentan weniger um eine Mitgliedschaft der Ukraine, sondern darum, „ob wir akzeptieren, dass eine Großmacht wie Russland versucht, einem anderen Land zu diktieren, was es tun kann und nicht tun kann - mit Gewalt.“

Ukraine-Krise: Pentagon-Chef hält Russland für angriffsbereit

Update vom 19. Februar, 21.17 Uhr: Die Lage in der Ukraine spitzt sich zu. Amerikas Verteidigungsminister Lloyd Austin sieht Russland bereit zu einem Angriff. „Russland hat seit Monaten seine Streitkräfte in und um die Ukraine aufgebaut, darunter auch in Belarus. Sie entrollen sich und sie sind nun bereit, zuzuschlagen“, sagte der Pentagon-Chef am Samstag bei einem Besuch in Litauen. Die Truppen bewegten sich in die richtigen Positionen, um einen Angriff durchführen zu können.

Update vom 19. Februar, 19.53 Uhr: Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) hat angesichts der Gefahr eines russischen Einmarschs vor Panik-Reaktionen gewarnt. „Wir beobachten genau, was jetzt in den nächsten Stunden und Tagen geschieht“, sagte die SPD-Politikerin dem Fernsehsender Welt am Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Deswegen müssten jetzt alle „einen kühlen Kopf bewahren bei der Auswertung solcher Informationen“.

„Die Nato war noch nie so geschlossen“, dieses Signal gehe auch von der Münchener Sicherheitskonferenz aus. Wichtig sei, dass klare Ansagen von dem Bündnis kommen, fügte Lambrecht hinzu. Putin müssten bei Verhandlungen klare Grenzen gesetzt werden.

 „Es muss ganz klar sein, dass es rote Linien gibt bei allen Verhandlungen und dazu gehört natürlich die Souveränität der Ukraine“

Christine Lambrecht - Bundesverteidigungsministerin

Zur Souveränität der Ukraine gehöre auch die Entscheidungsfreiheit über Bündnisse. Von der Leyen kündigte zuletzt zwei Krisentelefonate von Olaf Scholz und Emmanuel Macron mit Russlands Staatschef Putin an (siehe Update 18.54 Uhr).

Ukraine-Konflikt: EU unternimmt Vorbereitungen für weitere Zuspitzung

Update vom 19. Februar, 18.54 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen glaubt im Ukraine-Konflikt an eine diplomatische Lösung. Gegenüber ntv kündigte sie zwei Krisentelefonate von Bundeskanzler Olaf Scholz und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron mit Russlands Staatschef Wladimir Putin an. Das Telefonat mit Olaf Scholz soll am Montag stattfinden.

Gleichzeitig bereitet sich die EU auf eine mögliche weitere Verschärfung des Konflikts vor. Die EU müsse „raus aus der Abhängigkeit“, von russischem Gas, so von der Leyen. Sie habe in den letzten Wochen intensiv mit anderen Anbietern gesprochen. „Würde Präsident Putin heute die Gasreserven, die durch Gazprom an die Europäische Union geliefert werden, kappen, so wären wir jetzt in der Lage, unabhängig davon zu sein und durch diesen Winter zu kommen.“ Die EU deckte zuletzt etwa 24 Prozent seines Energiebedarfs mit Gas, welches zu 90 Prozent importiert werde. Ganze 40 Prozent davon stammten von Gazprom.

Die EU soll angesichts des Ukraine-Konflikts unabhängiger von Russland werden, so Ursula von der Leyen am Rande der Siko.
Die EU soll angesichts des Ukraine-Konflikts unabhängiger von Russland werden, so Ursula von der Leyen am Rande der Siko. © Sven Hoppe/dpa

Ukraine meldet weiteren getöteten Soldaten im umkämpften Osten

Update vom 19. Februar, 17.57 Uhr: Die Gefechte in der Ostukraine haben zuletzt zugenommen. Bereits am Morgen teilte das Militärkommando der Ukraine mit, dass ein ukrainischer Soldat getötet wurde (siehe Update vom 19. Februar, 9.17 Uhr). Insgesamt sind bei den neuen schweren Gefechten in der Ostukraine am Samstag zwei Soldaten der Regierungstruppen getötet worden. Vier weitere wurden verletzt, wie die Armee am Samstagabend in Kiew mitteilte. Laut Mitteilung warf die Armee den Separatisten im Konfliktgebiet zunächst rund 70 Verstöße gegen den geltenden Waffenstillstand seit Mitternacht vor. Die Aufständischen in dem Gebiet Donezk sprachen ihrerseits von einem verletzten Zivilisten. Bis zum Abend habe es etwa Fünfdutzend Verstöße gegeben.

In den ostukrainischen Gebieten Donezk und Luhansk unweit der russischen Grenze kämpfen seit 2014 vom Westen unterstützte Regierungstruppen gegen von Russland unterstützte Separatisten. UN-Schätzungen zufolge sind bereits mehr als 14.000 Menschen getötet worden, zumeist im Separatistengebiet. Ein Friedensplan von 2015 unter deutsch-französischer Vermittlung wird nicht umgesetzt.

Ukraine-Konflikt: EU-Kommission organisiert Unterstützung für Kiew - medizinisches Material zur Vorbereitung

Update vom 19. Februar, 17.07 Uhr: Die EU-Kommission organisiert vor dem Hintergrund einer drohenden militärischen Eskalation des Ukraine-Konflikts die Lieferung von medizinischem Material nach Kiew. Die von Mitgliedstaaten bereitgestellte Hilfe „soll die Ukraine bei ihren Vorbereitungen auf alle möglichen Szenarien unterstützen“, erklärte die Brüsseler Behörde am Samstag.

Slowenien, Irland, Rumänien und Österreich haben demnach vor allem medizinische Masken, Handschuhe, Strom-Generatoren, Antibiotika und Desinfektionsmittel gespendet. Frankreich stellte nach Kommissionsangaben außerdem hunderte Zelte, Decken, Schlafsäcke und 3000 spezielle Schutzhandschuhe sowie eine moderne, mobile Behandlungsstation für bis zu 500 Verletzte zur Verfügung. „Sofortige Katastrophenhilfe ist auf dem Weg“, erklärte der EU-Kommissar für Krisenmanagement, Janez Lenarcic.

Ukraine-Krise spitzt sich zu: Ukrainische Reservisten zur Meldung beim Militär aufgerufen

Ein massiver russischer Truppenaufmarsch mit nach westlichen Angaben inzwischen rund 150.000 Soldaten schürt seit Wochen die Angst vor einem Einmarsch Russlands in die Ukraine. Moskau bestreitet jegliche Angriffspläne. In der Ostukraine, wo sich die ukrainischen Streitkräfte und pro-russische Milizen seit acht Jahren bekämpfen, nahm die Gewalt zuletzt wieder stark zu. Ein Soldat der ukrainischen Armee soll dabei gestorben sein (siehe Update vom 19. Februar, 9.17 Uhr). Der Chef der Aufständischen im Gebiet Donezk, Denis Puschilin, rief Reservisten auf, sich an die Meldestellen des Militärs zu wenden. „Ich appelliere an alle Männer der Republik, die in der Lage sind, eine Waffe in der Hand zu halten, sich für ihre Familien, ihre Kinder, ihre Frauen, ihre Mütter einzusetzen.“

Ukraine-Konflikt: Auch die Nato zieht Mitarbeiter aus Kiew ab - USA hat Personal bereits verlegt

Update vom 19. Februar, 16.51 Uhr: Das Auswärtige Amt hat die Reisewarnung für die Ukraine verschärft (siehe Update vom 19. Februar, 15.30 Uhr). Auch Frankreich ruft nun seine Bürger zur Ausreise auf. Aufgrund der sich zuspitzenden Lage stoppt die Lufthansa ab Montag, 21. Februar, zudem alle Flüge nach Kiew und Odessa. Letzte Flüge zur Ausreise werden am Samstag und Sonntag noch durchgeführt, teilte das Unternehmen mit.

Die Lufthansa setzt ihre Flüge in die Ukraine aus.
Die Lufthansa setzt ihre Flüge in die Ukraine aus. © Silas Stein/dpa/Symbolbild

Update vom 19. Februar, 16 Uhr: Angesichts der zugespitzten Lage im Ukraine-Konflikt hat nun auch die Nato Mitarbeiter aus ihrer Vertretung in Kiew abgezogen. „Die Sicherheit unseres Personals ist von größter Bedeutung, deswegen wurden Mitarbeiter nach Lviv und Brüssel verlegt“, sagte eine Sprecherin am Samstag in Brüssel. Die Büros des Bündnisses in der Ukraine blieben allerdings funktionsfähig. Zur Zahl der verlegten Mitarbeiter machte die Nato zunächst keine Angaben. Das Bündnis hat in Kiew eine diplomatische Vertretung, die mit mehreren Dutzend Mitarbeitern bis zuletzt als größte in einem Nichtmitgliedsland galt. Zudem betreibt die Nato in der ukrainischen Hauptstadt ein Informations- und Dokumentationszentrum. Nach Lviv im Westen der Ukraine hatten zuvor bereits die USA Personal verlegt.

Ukraine-Konflikt: Auswärtiges Amt verschärft Reisewarnung - Baerbock richtet Worte an Moskau

Update vom 19. Februar, 15.30 Uhr: Deutsche sollen die Ukraine verlassen, das Auswärtige Amt verschärfte seine Reisewarnung (siehe Update vom 19. Februar, 15.18 Uhr). Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hat Russland außerdem nach einem Krisentreffen mit den Kollegen der anderen führenden demokratischen Wirtschaftsmächte eindringlich vor einem Angriff auf die Ukraine gewarnt. „Machen Sie diesen fatalen Fehler nicht, ziehen Sie Ihre Truppen ab, wenden Sie Schaden von der Ukraine und von Russland ab und lassen Sie uns reden“, sagte sie an die Adresse der Regierung in Moskau gerichtet. Noch sei „die Geschichte nicht geschrieben“. Noch gebe es einen einfachen Ausweg, den die russische Regierung jederzeit beschließen könne.

„Es ist ein Irrweg, falls Russland glaubt, es könne seine eigene Sicherheit durch Unterwerfung anderer erhöhen. Das Gegenteil ist der Fall“, erklärte die Grünen-Politikerin. „Eine erneute Verletzung der Souveränität der Ukraine hätte für Russland sehr schnell massivste Auswirkungen - wirtschaftlich, finanziell und politisch - strategisch und auch individuell für all diejenigen, die persönlich Verantwortung für diese Krise tragen. “Zur aktuellen Situation sagte Baerbock: „Wir stehen, so unvorstellbar das klingen mag, vor der greifbaren Gefahr einer kriegerischen Auseinandersetzung mitten in Europa.“ Man wisse aber nicht, ob ein Angriff bereits beschlossene Sache sei.

Ukraine-Krise: Auswärtiges Amt warnt „dringend“ - Deutsche sollen Land sofort verlassen

Update vom 19. Februar, 15.18 Uhr: Das Auswärtige Amt hat angesichts der Zuspitzung des Konflikts mit Russland seine Reisewarnung für die Ukraine verschärft. „Deutsche Staatsbürger werden dringend aufgefordert, das Land jetzt zu verlassen“, teilte das Außenministerium am Samstag auf seiner Internetseite mit. „Eine militärische Auseinandersetzung ist jederzeit möglich“, hieß es zur Begründung.

Die Bundesregierung hatte Deutschen bereits vor einer Woche zur Ausreise aus der Ukraine geraten. Dies wurde nun wesentlich eindringlicher formuliert. „Die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine haben angesichts massiver Präsenz und Bewegungen russischer Militärverbände nahe der ukrainischen Grenzen weiter zugenommen“, hieß es nun .„Sollte es zu einem russischen Angriff auf die Ukraine kommen, sind die Möglichkeiten zur Unterstützung deutscher Staatsangehöriger sehr begrenzt“, warnte das Auswärtige Amt weiter. Alle Deutschen, die sich noch in der Ukraine befinden, wurden zudem erneut aufgefordert, sich in die Krisenvorsorgeliste des deutschen Außenministeriums einzutragen.

Annalena Baerbock (Grüne), Bundesaußenministerin, gibt bei der 58. Münchner Sicherheitskonferenz eine Pressekonferenz.
Annalena Baerbock (Grüne), Bundesaußenministerin, gibt bei der 58. Münchner Sicherheitskonferenz eine Pressekonferenz. © Tobias Hase/dpa

Klitschko zum Ukraine-Konflikt: „Wir nehmen die Worte des US-Präsidenten sehr ernst“

Update vom 19. Februar, 14.19 Uhr: Vitali Klitschko, Bürgermeister von Kiew, hatte schon bei der Münchner Sicherheitskonferenz am Freitag einen kurzen Auftritt. Nun legt er noch einmal nach: „Wir nehmen die Worte des US-Präsidenten sehr ernst. Joe Biden hat recht, wenn er sagt, dass Putins Ziel nicht der Donbass ist, sondern die ganze Ukraine. Putins Ziel ist die Hauptstadt“, sagte er der Bild am Sonntag. Klitschko forderte angesichts der Entwicklungen in der Ost-Ukraine (siehe frühere Updates) sofortige Sanktionen. „Wir brauchen eine proaktive Politik und eine Reaktion nicht erst dann, wenn der Angriff bereits erfolgt ist. Zu diesen Sanktionen sollte ein Ende von Nord Stream 2 zählen.“

US-Präsident Joe Biden hatte am Freitag in Washington gesagt, dass er einen baldigen Angriff auf die Ukraine - auch auf deren Hauptstadt Kiew - erwarte. „Wir haben Gründe zu glauben, dass das russische Militär plant und vorhat, die Ukraine in der kommenden Woche, in den kommenden Tagen, anzugreifen.“

Ukraine-Konflikt: Putin startet Militärübung

Update vom 19. Februar, 12.36 Uhr: Die russische Armee hat unter der Aufsicht von Kreml-Chef Wladimir Putin eine großangelegte Militärübung mit atomwaffenfähigen ballistischen Raketen begonnen. Das teilte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen am Samstag mit. Putin verfolge die Militärübung gemeinsam mit dem belarussischen Staatschef Alexander Lukaschenko.

Wie der Kreml mitteilte, wurden im Rahmen des Großmanövers ballistische Raketen und Marschflugkörper abgefeuert. Außer der Luftwaffe sind an den Übungen auch Armeeeinheiten aus dem südlichen Militärbezirk sowie die Schwarzmeer- und die Nordmeer-Flotte beteiligt .Putins Sprecher Peskow hatte vorab gesagt, eine Militärübung wie diese sei „natürlich unmöglich ohne den Staatschef. Sie wissen schon, der schwarze Koffer und der rote Knopf“, fügte Peskow in Anspielung auf Systeme zur Autorisierung von Atomwaffeneinsätzen hinzu.

Wladimir Putin (r.), Präsident von Russland, und Alexander Lukaschenko, Präsident von Belarus, verfolgen per Videokonferenz militärische Übungen.
Wladimir Putin (r.), Präsident von Russland, und Alexander Lukaschenko, Präsident von Belarus, verfolgen per Videokonferenz militärische Übungen. © Alexei Nikolsky/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Ukraine-Konflikt: Putin und Macron wollen telefonieren

Update vom 19. Februar, 11.15 Uhr: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat Russland im Fall eines Einmarsches in die Ukraine vor „mehr Nato“ an seinen Grenzen gewarnt. „Wenn das Ziel des Kremls ist, weniger Nato an seinen Grenzen zu haben, wird es nur mehr Nato bekommen“, sagte Stoltenberg am Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Er betonte erneut, dass das Verteidigungsbündnis bisher keinen Rückzug von russischen Truppen an der Grenze zur Ukraine sieht.

„Moskau versucht, die Geschichte zurückzudrehen und seine Einflusssphäre neu zu erschaffen“, warf Stoltenberg dem Kreml vor. Es sei jedoch noch nicht zu spät für Russland, seinen Kurs zu ändern. „Wir werden immer tun, was nötig ist, um uns gegenseitig zu schützen und zu verteidigen“, sagte Stoltenberg über die Nato. „Russland hat im Rahmen der größten militärischen Aufrüstung seit dem Kalten Krieg unablässig Truppen in und um die Ukraine zusammengezogen“, sagte Stoltenberg weiter. „Wir wissen nicht, was passieren wird, aber das Risiko eines Konflikts ist real.“

An der ukrainischen Grenze verschärfen sich die Spannungen.
An der ukrainischen Grenze verschärfen sich die Spannungen. © picture alliance/dpa/Russian Defense Ministry Press Service/AP | Uncredited

Update vom 19. Februar, 10.10 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin und sein französischer Kollege Emmanuel Macron wollen erneut miteinander telefonieren. Das bestätigte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Samstag der Staatsagentur Tass. Demnach ist das Telefonat für diesen Sonntag angesetzt. Macron hatte in der vergangenen Woche Putin in Moskau getroffen und wegen des Konflikts bereits mehrfach mit ihm telefoniert.

Update vom 19. Februar, 9.17 Uhr: Inmitten der sich weiter verschärfenden Spannungen zwischen Russland und der Ukraine ist nach Angaben der ukrainischen Armee einer ihrer Soldaten im Osten des Landes durch den Beschuss pro-russischer Rebellen getötet worden. „Infolge eines Beschusses hat ein ukrainischer Soldat eine tödliche Wunde durch ein Schrapnell erlitten“, teilte das Militärkommando für die Ostukraine am Samstag mit. Die dortige Gewalt hat zuletzt deutlich zugenommen, beide Seiten machen sich gegenseitig dafür verantwortlich.

Verschärfte Spannungen zwischen Ukraine und Russland - „Generalmobilmachung“ angeordnet

Update vom 19. Februar, 8.35 Uhr: Der Chef der pro-russischen Rebellen in der selbsternannten „Volksrepublik“ Luhansk in der Ostukraine hat ebenfalls eine „Generalmobilmachung“ angeordnet. Leonid Pasetschnik unterzeichnete am Samstag ein entsprechendes „Dekret“. Zuvor hatte bereits der Chef der pro-russischen Rebellen der selbsternannten „Volksrepublik“ Donezk diesen Schritt inmitten der massiven Spannungen zwischen Russland und der Ukraine verkündet (siehe vorheriges Updates).

Update vom 19. Februar, 8.30 Uhr: Der Chef der pro-russischen Rebellen in der selbsternannten „Volksrepublik“ Donezk in der Ostukraine hat zur „Generalmobilmachung“ aufgerufen. „Heute habe ich ein Dekret über die Generalmobilmachung unterzeichnet“, sagte Denis Puschilin in einer am Samstag veröffentlichten Video-Botschaft. Er rief die Bürger, die Reservisten seien, auf, „in die Einschreibebüros des Militärs zu kommen“. Zudem warfen sich die ukrainische Armee und die pro-russischen Rebellen am Samstag gegenseitig schwere Verstöße gegen die Waffenruhe vor.

Puschilin beteuerte in dem Video, seine Soldaten hätten von der Ukraine geplante Angriffe vereitelt. Die ukrainische Armee setze ihre Angriffe fort. „Zusammen werden wir für uns alle den Sieg erringen, den wir wünschen und verdienen“, sagte der Rebellenführer. „Wir werden den Donbas und das ganze russische Volk schützen.“ Zuvor hatten die pro-russischen Rebellen die Zivilisten in Donezk bereits aufgefordert, sich „in Sicherheit“ zu bringen. Die Ukraine hat Vorwürfe, sie wolle von pro-russischen Rebellen kontrollierte Gebiete mit Gewalt zurückerobern, wiederholt zurückgewiesen.

Im Zuge der massiven Spannungen zwischen Russland und der Ukraine hat es nach Angaben der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) vom Samstag zuletzt eine „dramatische Zunahme“ der Angriffe entlang der Frontlinie in der Ostukraine gegeben. Am Samstag meldete die Ukraine 66 Schusswechsel bis 7.00 Uhr Ortszeit (5.00 Uhr MEZ). Die pro-russischen Rebellen in Donezk bezeichneten die Lage als „kritisch“. Beide Seiten machten sich gegenseitig für schwere Verstöße gegen die Waffenruhe verantwortlich.

Russland-Ukraine-Konflikt: Joe Biden und USA sehen weiter Anzeichen für drohende Invasion

Putin und Biden
Wladimir Putin (l) und Joe Biden bei ihrem Treffen in der "Villa la Grange" in Genf im vergangenen Sommer. © Denis Balibouse/Pool Reuters/dpa

Update vom 18. Februar, 22.59 Uhr: „Wir glauben Beweise zu sehen, dass Russland in den nächsten Tagen oder in der kommenden Woche in die Ukraine einmarschieren wird, und dass sie die Hauptstadt einnehmen wollen. Und wir wiederholen das nicht immer wieder, weil wir einen Konflikt wollen, sondern weil wir versuchen, Russland die Gründe für eine Invasion zu entziehen“, sagt Joe Biden auf der Pressekonferenz im Weißen Haus.

„Wir sind überzeugt, er hat seine Entscheidung getroffen“. Es gebe Gründe, das so zu sehen. Auf eine Frage zu nuklearen Waffen, antwortet Biden: „Es ist schwer seine Gedanken zu lesen.“

Russland-Ukraine-Konflikt: USA verurteilen die Bombenexplosion in Donezk als inszeniert

Update vom 18. Februar, 22.48 Uhr: Laut CNN-Informationen halten die Regierung der USA und der Ukraine die Explosion einer Autobombe im ukrainischen Donezk für fingiert. Auf Videos ließe sich lediglich ein stark beschädigtes russisches Fahrzeug erkennen, aber keine Hinweise auf die Gründe dafür. Russische Medien hatten am Abend von einer Autobombe vor einem pro-russischen Verwaltungsgebäude gesprochen. Zudem werfen die USA Russland vor, hinter einer groß angelegten Cyber-Attacke auf die Ukraine zu stecken.

Eine für 22 Uhr (deutscher Zeit) angesetzte Pressekonferenz des Weißen Hauses hat noch nicht begonnen. Joe Biden möchte am Freitagabend US-amerikanischer Zeit zur aktuellen Einschätzung informieren.

Russland-Ukraine-Konflikt: Scholz (SPD) führt Krisengespräch mit Biden und westlichen Regierungschefs

Update vom 18. Februar, 22.42 Uhr: Nach einem Krisengespräch zwischen Joe Biden und westlichen Regierungschefs gibt es ein Update der deutschen Regierung. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte am Freitagabend an dem Gespräch teilgenommen. „Dabei waren sich alle einig, dass die Gefahr eines russischen Angriffs auf die Ukraine sehr real sei“, erklärte Regierungssprecher Steffen Hebestreit im Anschluss. Zentrale Aufgabe sei jetzt, „das Fenster für die Diplomatie offenzuhalten“.

Russland-Ukraine-Konflikt: Nato-Generalsekretär sieht „größte Konzentration von Streitkräften seit Ende des Kalten Krieges“

Update vom 18. Februar, 22.36 Uhr: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sieht keinerlei Zeichen einer Deeskalation, eher im Gegenteil. Das für das Wochenende geplante Manöver, das Putin persönlich beaufsichtigen will, sei aus seiner Sicht „viel mehr als ein Manöver“, sagte Stoltenberg im ZDF.

„Wir sehen aktuell die größte Konzentration militärischer Streitkräfte in Europa seit dem Ende des Kalten Krieges“ 

Jens Stoltenberg, Nato-Generalsekretär

Das Risiko einer Invasion sei „enorm“, sagte er. „Russland hat die Kapazität, ohne Vorwarnzeit einzumarschieren. Sie können einen Angriff jederzeit und ohne Vorwarnung vom Zaun brechen. Das ist gewiss, das wissen wir.“

Russland-Ukraine-Konflikt: USA warnen Russland vor drastischen finanziellen Folgen einer Invasion

Update vom 18. Februar, 22.06 Uhr: Sollte sich Moskau für eine Invasion in das Nachbarland entscheiden, würde Russland von globalen Finanzmärkten isoliert werden und den Zugang zu modernsten Technologien verlieren, sagte der stellvertretende Nationale Sicherheitsberater im Weißen Haus, Daleep Singh, am Freitag in Washington. „Russland müsste mit starken Kapitalabflüssen, wachsendem Druck auf seine Währung, steigender Inflation, höheren Kreditkosten, wirtschaftlichen Einbrüchen und einem Rückgang seiner Produktionskapazität rechnen.“

Singh erklärte, die Finanzsanktionen würden Russland den Zugang zu ausländischem Kapital verwehren, und die Exportkontrollen würden Moskau den Zugang zu modernen Technologien nehmen, die der russische Präsident Wladimir Putin für die von ihm angestrebte Diversifizierung der Wirtschaft brauche. Russland könne diese Technologien nur vom Westen bekommen. Ein Ausschluss vom internationalen Banken-Kommunikationsnetzwerk Swift werde vermutlich nicht Teil des ersten Sanktionspakets sein. Auch diese Option bliebe aber auf dem Tisch.

Russland-Ukraine-Krise: US-Außenminister Blinken will sich mit russischem Kollegen Lawrow treffen

Update vom 18. Februar, 21.51 Uhr: US-Außenminister Antony Blinken und sein russischer Kollege Sergej Lawrow werden sich erneut treffen, meldet das Weiße Haus. Blinken habe eine Einladung aus Russland für kommenden Mittwoch angenommen, sagte eine Sprecherin von US-Präsident Joe Biden.

Die USA setzten weiter auf eine diplomatische Lösung des Konflikts, es sei aber weiter unklar, ob die Russen ernsthaft verhandeln wollten, sagte die Sprecherin. Einzelheiten zu Treffen wurden noch nicht bekannt gegeben. US-Medien sprachen von einer Zusammenkunft in Genf. Wo sich die beiden Außenminister auch schon im Januar getroffen hatten.

Russland-Ukraine-Krise: Gewalt nimmt im Osten der Ukraine zu - fingierte Bombenexplosion?

Erstmeldung vom 18. Februar, 21.44 Uhr:

Donezk/München - Am Freitag hat die Gewalt im Osten der Ukraine* erneut zugenommen. Aus der Nähe des Dorfes Stanyzia-Luhanska berichten AFP-Reporter von weiter andauernden Bombardements. Vor dem Sitz der „Regierung“ der selbsternannten „Volksrepublik“ Donezk sei ein Sprengsatz explodiert, berichteten pro-russische Rebellen aus der Region am Freitagabend. Sie warfen der ukrainischen Armee vor, eine Offensive starten zu wollen. Dies wurde von Kiew zurückgewiesen. Die USA* sprechen schon seit Tagen davon, dass Russland seinerseits mit einem derartigen Vorfall einen Grund für einen Angriff konstruieren könnte*.

Für Samstag und Sonntag planen Russland und Belarus gemeinsame Militärmanöver an der Grenze zur Ukraine. Ziel des Manövers sei es auch, die „strategischen Nuklearwaffen auf ihre Zuverlässigkeit“ zu testen*.

Russland-Ukraine-Konflikt: Pro-russische Separatisten rufen Zivilisten zur Ausreise auf - USA nennen Aktion „zynisch“

Die pro-russischen Separatisten riefen die Zivilisten in den von ihnen kontrollierten Gebiete auf, sich nach Russland „in Sicherheit“ zu bringen. Der Donezker Rebellenchef Denis Puschilin sprach von einer „Massenausreise“ der Zivilbevölkerung in die Russische Föderation. „Frauen, Kinder und Senioren werden als erste in Sicherheit gebracht.“ Russlands Präsident Wladimir Putin ordnete nach Angaben seines Sprechers an, dass die Ankommenden jeweils 10.000 Rubel (rund 100 Euro) und Lebensmittel sowie Unterkünfte bekommen sollen.

Empört reagierten die USA: „Es ist zynisch und grausam, Menschen als Unterpfand zu benutzen, um die Welt von der Tatsache abzulenken, dass Russland seine Truppen in Vorbereitung eines Angriffs verstärkt“, sagte ein Sprecher des Außenministeriums.

Russland-Ukraine-Konflikt: Annalena Baerbock auf der Münchner Sicherheitskonferenz

Auch die Münchner Sicherheitskonferenz (am Freitag, dem 18.02. und Samstag, den 19. Februar) steht im Zeichen der Russland-Ukraine-Krise - allerdings ohne eine Teilnahme Russlands.

„Nach dieser Krise wird die Welt eine andere sein.“

 Annalena Baerbock

Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) warnte: „Heute, das müssen wir so deutlich sagen, droht neuer Krieg - mitten in unserem Europa“, warnte Baerbock auf der Münchner Sicherheitskonferenz.

Nach den jüngsten Geheimdienstinformationen vom Freitagvormittag (Ortszeit), gehen die USA weiterhin davon aus, dass eine erhöhte Kriegsgefahr für die Ostukraine besteht. Präsident Joe Biden will um 16 Uhr (Ortszeit) eine Pressekonferenz zur aktuellen Einschätzung der Lage geben. (dpa/kat) Hintergrund: Der Ukraine-Konflikt kurz erklärt. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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