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„Queen Green“ Mona Neubaur ist die Königsmacherin in NRW

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Grünen-Politikerin Mona Neubaur
Die erfahrene Polit-Strategin Mona Neubaur hat bereits „harte Verhandlungen“ angekündigt - lässt sich bisher aber nicht in die Karten gucken, zu welchem Bündnis ihre Grünen tendieren. © Kay Nietfeld/dpa

Nach dem guten Abschneiden der Grünen in NRW kommt bei möglichen Koalitionen niemand an Mona Neubaur vorbei. Die 44-Jährige neigt nicht zu Schmeicheleien - zwei Punkte sind für sie unverhandelbar.

Düsseldorf - Die gebürtige Bayerin Mona Neubaur hat schon vor vielen Jahren ihr Herz an Nordrhein-Westfalen verloren - und an Düsseldorfer Senf. Das scharfe Gewürz passt zu der Grünen-Frontfrau, die für klare Kante steht und nicht dazu neigt, andere zu umschmeicheln.

Das bekam auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) im TV-Redewettstreit der Spitzenkandidaten im Landtagswahlkampf zu spüren. Dort konterte die eloquente 44-jährige Diplompädagogin nüchtern, knapp, bisweilen auch spitz und ganz ohne aufgesetztes Lächeln dessen Kommentare.

Die Verdreifachung des Stimmenergebnisses der Grünen bei der Landtagswahl auf 18,2 Prozent katapultierte ihre Spitzenkandidatin Neubaur über Nacht in die Rolle der „Königsmacherin“. Die auch parteiübergreifend von vielen für ihre Professionalität geschätzte Politikerin könnte sowohl Wüst als auch seinen Herausforderer Thomas Kutschaty (SPD) im Falle eines Ampel-Bündnisses in der neuen Legislaturperiode an die Macht bringen.

Neubaur will, dass NRW Industrieland bleibt

Das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ ernannte sie deswegen bereits zur „Queen Green“. Sie selbst stellt zufrieden fest: „Das Wahlziel, dass an uns vorbei keine Regierung gebildet werden kann, haben wir erreicht.“ Die erfahrene Polit-Strategin kündigte bereits „harte Verhandlungen“ an, lässt sich aber nicht in die Karten gucken, in welches Bündnis sie ihren klar links verorteten Landesverband lenken will.

Neubaur kam über ihre Arbeit bei einem alternativen Energieversorger zu den Grünen. 2005 trat sie in die Partei ein, engagierte sich zunächst in Düsseldorf, bis sie 2014 zur Landesvorsitzenden gewählt wurde. Bei dieser Landtagswahl gelang es ihr nicht, ihren Düsseldorfer Wahlkreis zu gewinnen.

An ihrer Wahlheimat schätzt sie nach eigenen Worten die „Vielfalt der Regionen, der Herkunft, der Fußballclubs, Brauereien und der Brauchtümer“. Sie will, dass NRW Industrieland bleibt, „aber angetrieben von erneuerbaren Energien und sauberen Technologien“.

Unverhandelbar sind für sie bei Koalitionsverhandlungen die „Menschheitsaufgabe Klimaschutz“ und mehr soziale Gerechtigkeit. dpa

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