Ramsauer verteidigt Flugverbot

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Peter Ramsauer muss die Sperrung des deutschen Luftraums gegen Kritiker verteidigen.

Berlin - Der Bundesverteidigungsminister Peter Ramsauer (CSU) muss die Sperrung des deutschen Luftraums gegen heftige Kritik verteidigen. Er schütze Leib und Leben der Passagiere, argumentiert der Minister.

Das Verkehrsministerium hat die aus der Wirtschaft heftig kritisierten Entscheidungen zur Sperrung des Luftraums über Deutschland verteidigt. “So lange nicht auszuschließen ist, dass hier ein Risiko für Mensch und Leben besteht, solange muss Sicherheit vorgehen“, sagte der Sprecher von Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) am Montag in Berlin. Zugleich wies er Vorwürfe zurück, Deutschland führe keine eigenen Messungen zur Konzentration der Vulkanasche aus Island durch. So messe der Deutsche Wetterdienst mittels Lasertechnik. Dabei habe man die Erkenntnis gewonnen, dass sich immer noch Vulkanasche in der Luft befinde.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stellte sich hinter Ramsauer. Vize-Regierungssprecher Christoph Steegmans sagte, die Kanzlerin wisse alle Vorgänge im deutschen Luftverkehr “bei Ramsauer in guten Händen“. Ramsauers Sprecher machte deutlich, dass die Probeflüge verschiedener Fluggesellschaften für das Ministerium nicht ausreichend seien, um den Luftraum freizugeben. Anhand dieser Einzelfälle sei es statistisch “derzeit nicht möglich, auf die Gesamtsituation zu schließen“.

Die Erkenntnisse der Fluggesellschaften flössen aber in die Bewertungen des Ministeriums ein. Der Sprecher wies auch Vorwürfe zurück, die Bundesregierung habe unzureichend auf die sich ausbreitende Aschewolke reagiert. So habe am vergangenen Donnerstag ein 24 Stunden am Tag besetzter Krisenstab bei der Deutschen Flugsicherung in Langen seine Arbeit aufgenommen. In dem Krisenstab arbeiteten unter anderem Experten der Deutschen Flugsicherung, des Deutschen Wetterdienstes und auch Vertreter des Ministeriums mit.

dpa

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