Regierung:

Chemiewaffen-Inspekteure in Syrien verschleppt

Damaskus  - In Syrien sind am Dienstag nach Regierungsangaben elf Mitarbeiter der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) entführt worden.

Fünf syrische Fahrer und sechs Waffeninspekteure seien im Zentrum Syriens verschleppt worden, teilte das Außenministerium in Damaskus mit. Die Gruppe sei in zwei Fahrzeugen in der Provinz Hama unterwegs gewesen.

Nach Ministeriumsangaben gingen die Inspekteure Vorwürfen nach, die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad hätten im April ein von Rebellen kontrolliertes Dorf in Hama mit Chlorgas angegriffen. Das Außenministerium erklärte, die OPCW-Mitarbeiter seien von "terroristischen Gruppen" gekidnappt worden. Als "Terroristen" bezeichnet die Regierung alle Aufständischen, die sich gegen Assad erhoben haben.

Rebellenvertreter hatten den Regierungstruppen zuletzt am Freitag vorgeworfen, in Hama Fassbomben mit Chlorgas abgeworfen zu haben. Auch Ärzte gaben an, Hinweise auf Chlorgas zu haben.

Auf Druck der internationalen Gemeinschaft hatte sich Assad im vergangenen Jahr bereit erklärt, seine Chemiewaffen zur Zerstörung außer Landes zu schaffen. Der Prozess ist nach OPCW-Angaben so gut wie abgeschlossen. Allerdings gehört Chlorgas nicht zu den Chemikalien, die unter das Abkommen fallen.

AFP

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