Estland: Regierungspartei gewinnt Parlamentswahl

+
Stimmabgabe in einem Wahllokal der estnischen Stadt Pärnu.

Tallinn - Estlands regierende liberale Reformpartei hat bei den Parlamentswahlen einen klaren Sieg eingefahren, muss jedoch erneut einen Koalitionspartner suchen.

Danach folgt die linksgerichtete oppositionelle Zentrumspartei (27 Sitze) vor den mitregierenden Sozialdemokraten (15 Sitze), teilte die Wahlkommission in Tallinn mit. Neben dem konservativen Wahlbündnis IRL (14 Sitze) schafften auch zwei neugegründete Parteien den Einzug ins Parlament. Die Wahlbeteiligung lag nach vorläufigen Angaben bei 63,7 Prozent.

Eine Besonderheit der Wahlen war die Abstimmung im Internet, die Estland als erstes Land in Europa eingeführt hat. Bis zum Wahltag entschied sich fast ein Fünftel der Wähler für das E-Voting, darunter viele Spitzenpolitiker. 

Der Ukraine-Konflikt hatte auch in der ehemaligen Sowjetrepublik Estland neue Sicherheitsängste ausgelöst. Neben der Sicherheit des baltischen Landes spielten vor allem die Wirtschafts- und die Sozialpolitik eine Rolle.

Vor der Wahl gab es keine klaren Koalitionsaussagen. Regierungschef Rõivas hatte sich für eine "estnisch-orientierte Regierung" ausgesprochen. Eine Kooperation mit Zentrumspartei-Chef Edgar Savisaar schloss er jedoch aus. 

Obwohl die Zentrumspartei keine eindeutig pro-russische Partei ist, misstrauen viele Esten Savisaar wegen seiner guten Kontakte nach Russland. Seine Stammwähler kommen vor allem aus der starken russischen Minderheit, die mehr als ein Viertel der rund 1,3 Millionen Einwohner ausmacht.

dpa

Estnische Wahlkommission

Auch interessant

Meistgelesen

Frankreich-Besuch: Paraden begeistern Trump - „Get Lucky“-Cover eher nicht
Frankreich-Besuch: Paraden begeistern Trump - „Get Lucky“-Cover eher nicht
Attentat in Jerusalem: Zwei Polizisten sterben
Attentat in Jerusalem: Zwei Polizisten sterben
Abschaffung von „Obamacare“: Debakel für Trump
Abschaffung von „Obamacare“: Debakel für Trump
„Linke Saubande“: CSU-Politiker fordern Schließung der Roten Flora 
„Linke Saubande“: CSU-Politiker fordern Schließung der Roten Flora 

Kommentare