Rösler will Wirtschaft in Bagdad Türen öffnen

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Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler beim Antritt seiner Reise nach Bagdad.

Berlin/Bagdad - Der Irak kommt noch nicht zur Ruhe. Doch die Zeichen stehen auf Wiederaufbau. Deutschland will dabei sein. Wirtschaftsminister Rösler ist in Bagdad, um der Wirtschaft Türen zu öffnen.

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Nach anfänglicher Zurückhaltung will Deutschland seine Wirtschaftsbeziehungen zum Irak ausbauen. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) reiste am Mittwoch mit einer 30-köpfigen Wirtschaftsdelegation in die irakische Hauptstadt Bagdad. Die Wirtschaft hatte zuletzt Befürchtungen geäußert, dass die schwarz-gelbe Bundesregierung beim Wiederaufbau des viele Jahre von einem Krieg heimgesuchten Landes sich zu lange zurückhält.

Allerdings sind die Rahmenbedingungen für Handelsbeziehungen nach wie vor labil. Immer wieder kommt es zu Anschlägen. Die Wirtschaft selbst ist noch sehr zurückhaltend. US-Präsident Barack Obama hatte vor kurzem angekündigt, die amerikanischen Soldaten bis Ende des Jahres aus dem Irak abzuziehen. Als Folge wird ein gefährliches Machtvakuum befürchtet. Obama plant nach Medienberichten deswegen nach dem Truppenabzug aus dem Irak eine verstärkte Militärpräsenz im Persischen Golf.

Rösler reist: Bilder vom Besuch in Bagdad

Rösler reist: Bilder vom Besuch in Bagdad

Neben mehr als 120 000 zivilen und militärischen Todesopfern koste der Krieg im Irak die Amerikaner immense Summen, die sich die Weltmacht nicht mehr leisten kann. Amerikanische Firmen wollen nun nach dem Ende des Krieges am Aufbau des Landes ebenso verdienen wie französische und britische. Die deutsche Wirtschaft muss hier noch Boden gut machen. Das deutsch-irakische Handelsvolumen war in der Vergangenheit eher gering.

In dem Land besteht enormer Investitionsbedarf insbesondere in der Energiewirtschaft. Die Ölförderanlagen waren schon vor dem Einmarsch der amerikanischen Truppen heruntergekommen. Nun werden Milliarden nötig sein, um sie zu modernisieren.

Deutschland will mit der Türkei im Irak kooperieren. Ankara kann räumliche und kulturelle Nähe in die Kooperation einbringen, Deutschland technologisches Know-how, das im Irak hohes Ansehen genießt.

Sie waren die Chefs der FDP

Sie waren die Chefs der FDP

Bereits Ende 2010 hatte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) dem Irak deutsche Unterstützung beim Aufbau des Landes zugesagt. Seit dem Sturz Saddam Husseins 2003 hat Deutschland den Irak mit rund 400 Millionen Euro unterstützt und Schulden in Milliardenhöhe erlassen. Schon damals klagten die begleitenden Manager die Unsicherheit im Land.

In Bagdad hatte Rösler Treffen mit Ministerpräsident Nuri al-Maliki sowie mehreren Fachministern auf dem Programm. Der Minister betonte vor seinem Abflug: “Der Irak unternimmt große Anstrengungen für den Wiederaufbau. Wir wollen, dass deutsche Unternehmen künftig noch stärker am wirtschaftlichen Aufschwung teilhaben. Deshalb geht es bei meinem Besuch um eine engere Zusammenarbeit beider Länder, etwa in der Gesundheits- und Energiewirtschaft.“

dpa

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