FDP-Politiker schießen gegen Rösler

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Wolfgang Kubicki sagt: "Rösler ist nicht mehr locker".

Berlin - Eine kleine Palastrevolution? Nach Frank-Schäffler hat auch FDP-Grande Wolfgang Kubicki erhebliche Zweifel an der Führungsfähigkeit von Parteichef Philipp Rösler geäußert.

Die Wagenburg schließt sich: Nach der Attacke von Euro-Rebell Frank Schäffler auf Philipp Rösler haben sich der Fraktionsvorsitzende der FDP und der Generalsekretär schützend vor den Parteichef gestellt. Schäffler, der Rösler Tatenlosigkeit im Koalitionsstreit über den Euro-Rettungsschirm vorgeworfen hatte, sei zwar ein frei gewählter Abgeordneter, sagte Döring am Mittwoch der Nachrichtenagentur dapd. “Seine Partei darf allerdings sehr wohl von ihm erwarten, dass er ihre Beschlüsse respektiert und dass er jene, die seine euroskeptische Haltung nicht teilen, nicht mit immer neuen, haltlosen Anwürfen behelligt.“

Schäffler hatte dem Parteivorsitzenden der FDP in einem persönlichen Brief Führungsversagen vorgeworfen. Die FDP habe der Union das Thema Euro vollends überlassen. Der Finanzexperte der Liberalen ist überhaupt gegen die von der Regierung geplante Aufstockung der Rettungsschirme. “Es liegt in der Natur der Dinge, dass die Kanzlerin und der Finanzminister durch ihre Präsenz auf europäischen Gipfeln sichtbarer agieren“, entgegnete Döring der Kritik Schäfflers.

Sie waren die Chefs der FDP

Sie waren die Chefs der FDP

Rückendeckung bekam der Parteivorsitzende auch von Fraktionschef Rainer Brüderle. “Ich teile seine Ansicht nicht“, sagte Brüderle zu dem Brandbrief von Schäffler. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte am Dienstag die FDP-Fraktion besucht, um für den Schwenk der Regierung in der Euro-Frage zu werben. Schäffler, so stichelte nun Brüderle, habe an der Debatte mit Schäuble nicht teilgenommen, “weil er ja Öffentlichkeitsarbeit machen musste“.

In dem Brief Schäfflers an Rösler heißt es mit Blick auf die Euro-Debatte wörtlich: “Ein eigener Beitrag der FDP zur Lösung dieser medial alles beherrschenden Krise ist nicht zu erkennen, im Grunde gar nicht vorhanden.“ Es sei “offensichtlich, dass die FDP der Union die Erarbeitung von Lösungen zur europäischen Staatsschulden-, Banken- und Währungskrise überlässt“.

Seine Äußerungen befeuern die seit Monaten andauernde Debatte um die politische Zukunft des Parteivorsitzenden. Nach dem Absturz der FDP bei der Landtagswahl im Saarland am Sonntag hatte es erneut Spekulationen über ein vorzeitiges Ende gegeben. In Parteikreisen rechnet man mit einem Rücktritt Röslers für den Fall, dass die FDP auch die Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen verliert. Eine am Mittwoch im Auftrag des “Stern“ veröffentlichte Forsa-Umfrage bescheinigte der Partei zwar einen kleinen Aufwärtstrend, doch verharren die Liberalen mit vier Prozent unter der Fünf-Prozent-Hürde.

Kunicki lobt Lindner

Neben Schäffler hegt auch FDP-Grande Wolfgang Kubicki erhebliche Zweifel an der Führungsfähigkeit von Rösler. Für den liberalen Jungstar sei die Parteiführung zu früh gekommen, sagte der 60 Jahre alte Spitzenkandidat der FDP in Schleswig-Holstein der “Bunten“. Rösler wisse, dass er noch kein Staatsmann sei und verhalte sich daher “gelegentlich nicht ganz so sicher“. Der erst 39 Jahre alte FDP-Politiker habe als Parteivorsitzender zudem positive Eigenschaften wie Charme und Witz eingebüßt. “Er ist leider nicht mehr locker“, sagte Kubicki.

Auffallend deutlich lobte Kubicki die Arbeit des Spitzenkandidaten der FDP in Nordrhein-Westfalen, Christian Lindner. Er bezeichnete den 33-Jährigen als einen “der brillantesten Köpfe“ seiner Partei. “Es nötigt mir unheimlichen Respekt ab, wie tief er manche Sachverhalte durchdenkt.“ Und Kubicki fügte hinzu: “Wir stehen uns nah.“ Lindner war im Dezember 2010 vom Amt des Generalsekretärs zurückgetreten. Angeblich gab es erhebliche Differenzen zwischen ihm und Parteichef Rösler.

dapd

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