Rösler: Zugang zum Medizinstudium erleichtern

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Um drohendem Ärztemangel abzuhelfen, hat sich Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) für einen leichteren Zugang zum Medizinstudium ausgesprochen.

Berlin - Um drohendem Ärztemangel abzuhelfen, hat sich Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) für einen leichteren Zugang zum Medizinstudium ausgesprochen.

“Ich plädiere für eine Abschaffung des Numerus clausus und für eine stärkere Berücksichtigung von Auswahlgesprächen“, sagte er der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS). So sage der Notendurchschnitt allein nichts darüber aus, ob jemand ein guter Arzt werde. Er warb auch für eine Ausweitung der Medizin-Studienplätze an den Unis. Erheblichen Ärztemangel sieht Rösler, der selbst ausgebildeter Mediziner ist, auf dem flachen Land. “Wir haben eine Überversorgung mit Ärzten in Ballungszentren und schon jetzt eine spürbare Unterversorgung im ländlichen Raum.“ Zudem erreiche in den nächsten Jahren eine große Zahl von Ärzten das Ruhestandsalter. “Deswegen muss jetzt gegengesteuert werden.“ Allerdings sei die “gefühlte Unterversorgung“ größer, als es die Statistiken auswiesen.

Über ein verändertes Zuteilungsverfahren für die Medizin- Studienplätze müssten allerdings die Bundesländer befinden, gab Rösler zu bedenken. In seinen Gesprächen mit den Gesundheitsministern der Länder habe er keine Widerstände feststellen können, sondern eher Zustimmung. “Ich würde die Umstellung gerne noch in dieser Legislaturperiode politisch auf den Weg bringen“, sagte der FDP-Politiker. “Wir werden mit den Ländern Wege finden müssen, wie eine zielgenauere Auswahl aussehen kann.“ Nach Ansicht des Minister erfordert eine flächendeckende ärztliche Versorgung eine “zeitgemäße Steuerung“. “In den 90er Jahren gab es eine Ärzteschwemme. Heute sind die Verhältnisse anders: Wo ein Mangel an Ärzten festgestellt wird, muss flexibler darauf reagiert werden.“

Eine Möglichkeit sei, dass Kommunen oder Kassenärztliche Vereinigungen in unterversorgten Gebieten eigene Praxen einrichten. Dort könnten junge Ärzte zunächst als Angestellte arbeiten. “Nach einer gewissen Zeit kann ihnen die Übernahme der Praxis angeboten werden“. Rösler sieht weitergehende Privatisierungstendenzen in der medizinischen Versorgung nach eigenen Worten mit Sorge. “Zentren, in denen am Ende nicht Ärzte, sondern Betriebswirtschaftler das Sagen haben, sind nicht im Interesse der Patienten. Reines Renditestreben ist mit einer ethischen Gesundheitsversorgung nicht zu vereinbaren.“ Es müsse sichergestellt sein, “dass Entscheidungen über Therapien immer aus medizinischer Sicht gefällt werden können.“

dpa

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