Röttgen: Castor-Transport ist unverzichtbar

Berlin - Umweltaktivisten sind in heller Aufregung. Der Castor-Transport ist in Frankreich gestartet. Umweltminister Norbert Röttgen hält den Atommüll-Transport für unverzichtbar.

Die schwarz-gelbe Bundesregierung stehe wie alle Vorgängerregierungen zu der rechtlichen Verpflichtung, die radioaktiven Abfälle, die in Deutschland angefallen sind, auch hierzulande zu entsorgen, erklärte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Dazu gehöre der hoch radioaktive Müll, der jetzt von Frankreich nach Gorleben gebracht werde. “Wir können die Lasten der Vergangenheit nicht anderen aufbürden, für die sichere Lagerung des Atommülls sind wir verantwortlich“, sagte er. Mit Blick auf die geplanten Proteste appellierte der Bundesumweltminister an die Demonstranten, sich friedlich und besonnen zu verhalten.

Proteste gegen den Atom-Müll-Transport

Castor: Proteste gegen den Atom-Müll-Transport

“Das Recht auf Demonstrationsfreiheit rechtfertigt nicht, sich selbst oder das Leben anderer Menschen zu gefährden.“ Scharf kritisierte Röttgen seine Amtsvorgänger Jürgen Trittin (Grüne) und Sigmar Gabriel (SPD), unter denen als Umweltminister ebenfalls Castor-Transporte genehmigt worden waren. “Es ist verantwortungslos und unredlich, diesen Transport für Proteste gegen die aktuellen energiepolitischen Entscheidungen der Bundesregierung zu benutzen.“

Atommüll soll nach Gorleben

Die elf Behälter mit hoch radioaktiven Abfällen von der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague sollen in das Zwischenlager Gorleben in Niedersachsen gebracht werden. Der Atommüll stammt aus der Wiederaufarbeitung von bestrahlten Brennelementen aus deutschen Atomkraftwerken. Im Zwischenlager Gorleben sind zurzeit insgesamt 86 Behälter mit solchen verglasten Abfällen eingelagert. Die Behälter werden dort eingelagert, bis ein Endlager in Deutschland zur Verfügung steht. Der jetzige Transport mit weiteren elf Behältern wird der vorletzte Transport dieser Art von Frankreich nach Deutschland sein. Der letzte Transport mit den verbleibenden elf Behältern ist im nächsten Jahr vorgesehen. Weiter teilte das Ministerium mit, dass zum Schutz der Bevölkerung und des Transport- und Begleitpersonals vor und während des Castor-Transports umfangreiche Strahlenmessungen stattfinden. Mit diesen Messungen werde gewährleistet, dass die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten werden.

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