Rücktrittsgerüchte um von Beust - Wer folgt nach?

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Im politischen Hamburg wird sepkuliert, dass Erster Bürgermeister Ole von Beust (CDU) bald zurücktreten könne.

Hamburg - Drei Tage vor dem Volksentscheid über die Hamburger Schulreform hat ein Gerangel um die Nachfolge des als amtsmüde geltenden Bürgermeisters Ole von Beust (CDU) eingesetzt.

Sozialsenator Dietrich Wersich (CDU) hat sich am Donnerstag überraschend als Kandidat ins Gespräch gebracht. “Ich kann mir das grundsätzlich vorstellen, aber die CDU hat mehrere geeignete Kandidaten“, sagte Wersich laut Tageszeitung “Die Welt“. Wersich zufolge nannte es ein offenes Geheimnis, dass auch innerhalb der CDU über die Frage diskutiert werde, wie es mit von Beust und dem schwarz-grünen Senat weitergehe. “Die Menschen wollen Klarheit, und der Bürgermeister hat gesagt, er schafft in diesem Jahr auch Klarheit“, sagte Wersich. “Wir alle wünschen uns, dass Ole so lange wie möglich regiert, wissen aber auch, dass es den Wechsel irgendwann geben wird“, sagte er.

Mit seiner Ankündigung tritt Wersich in Konkurrenz zu Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU), der bislang als möglicher Nachfolger von Beusts galt. Der aus Heidelberg stammende Ahlhaus rechnet zum konservativen Flügel der CDU, während der in Hamburg geborene Wersich als liberaler Großstadtpolitiker gilt.

Wer in welchem Bundesland regiert

Wer in welchem Bundesland regiert

Die Grünen, die in Hamburg mit der CDU regieren, hätten laut Bericht Probleme mit Ahlhaus als Bürgermeister, mit Wersich dagegen weniger. Der Sprecher der Bürgerschaftsfraktion der Grünen wollte die Gerüchte nicht kommentieren. “Das ist alles Sache der CDU“, sagte Jan Dube. “Wie verfolgen das aufmerksam, aber möchten uns nicht an den Was-wäre-wenn-Spielchen beteiligen.“ Trotz der großen Popularität von Beusts glaubt Wersich, dass die CDU nach seinem Rückzug die nächste Bürgerschaftswahl 2012 gewinnen könne. Umfragen zeigen derzeit allerdings ein anderes Ergebnis. Demnach käme eine rot-grüne Koalition auf 50 Prozent.

SPD bereit für Neuwahlen

Die SPD bringt sich bereits in Position. “Wir sind auf einen Rücktritt sehr gut vorbereitet und in der Lage, schnell zu reagieren“, sagte der landesvorsitzende Olaf Scholz laut “Bild“. Der Landeschef der SPD befürwortet im Falle eines Rücktritts Neuwahlen. Es dürfe nicht über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden werden. Durch die monatelangen Gerüchte über einen möglichen Rücktritt sieht Scholz die Würde des Amts angegriffen. “Herr von Beust hätte nicht monatelang unkommentiert seinen Rücktritt durch die Medien geistern lassen dürfen“, sagte Scholz. Einen Namen für einen möglichen SPD-Kandidaten bei der nächsten Bürgerschaftswahl wollte der SPD-Landeschef allerdings noch nicht nennen.

Am Sonntag stimmen die Hamburger in einem Volksentscheid über die vom schwarz-grünen Senat geplante Schulreform ab. Viele Eltern hatten gegen die Pläne protestiert, die Grundschule von vier auf sechs Jahre zu verlängern. Wenn die Gegner sich durchsetzen, wäre das eine schwere Niederlage für von Beust und die Landesregierung. Der Hamburger Altbürgermeister Henning Voscherau (SPD) hat sich unterdessen von der Schulreform distanziert. Er befürchtet dem “Hamburger Abendblatt“ zufolge, dass sehr begabten Schülern damit nachhaltig geschadet werde. Damit vertritt Voscherau eine gegenteilige Position zu seiner Partei, die mit Verweis auf Nachbesserungen inzwischen für die Schulreform eintritt.

apn

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