Putin umschwärmt China und pöbelt gegen die USA

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Wladimir Putin (l.) wurde von Hu Jintao als "alter Freund Chinas" empfangen.

Peking - China und Russland wollen sich als Gegengewicht zur USA in einer “umfassenden strategischen Partnerschaft“ positionieren. Ministerpräsident Putin bezeichnete die US-Währungspolitik als parasitär.

Der chinesische Präsident Hu Jintao empfing den russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin am Mittwoch als “alten Freund Chinas“. Dessen Besuch habe “die chinesisch-russischen Beziehungen zu einer strategischen Partnerschaft vorangetrieben“.

Putin nutzte den Besuch zu einer scharfen Kritik an der Währungspolitik der USA. In einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der amtlichen Pekinger Nachrichtenagentur Xinhua sagte er: “Die USA sind nicht ein Parasit der Weltwirtschaft, aber das Monopol des US-Dollars ist ein Parasit.“ Er äußere dies als konstruktive Kritik, um gemeinsame Lösungen gegen die international Finanzkrise zu finden.

Streit um Erdgaslieferungen

Putin, der im kommenden Jahr für das russische Präsidentenamt kandidieren will, hat schon mehrfach versucht, die Beziehungen zu China als Gegengewicht zur US-Dominanz in der Weltpolitik zu nutzen. China hat auf diese Avancen positiv reagiert. Vergangene Woche beispielsweise verhinderten Moskau und Peking mit ihrem Veto eine Syrien-Resolution im Sicherheitsrat.

Trotzdem gibt es noch einige Probleme im bilateralen Verhältnis. Ein Streit über den Preis für russisches Erdgas über zwei Pipelines wurde bei Putins Besuch nicht gelöst, beide Seiten bekundeten aber, ihn lösen zu wollen. Bei Putins Besuch wurden aber Wirtschaftsabkommen mit einem Volumen von umgerechnet fünf Milliarden Euro geschlossen.

dapd

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