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Gazprom-Nominierung: Schröder meldet sich verwundert zu Wort - „schon vor längerer Zeit verzichtet“

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Von: Bedrettin Bölükbasi, Christoph Gschoßmann

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Er bekommt vielleicht einen neuen Posten bei Gazprom: Gerhard Schröder.
Er bekommt vielleicht einen neuen Posten bei Gazprom: Gerhard Schröder. © Kay Nietfeld/dpa/Archivbild

Schröder hat zwar beim Putin-Konzern Rosneft hingeworfen, doch nun kommt schon der nächste Posten aus Russland. Gazprom will ihn wohl im Aufsichtsrat haben.

Schröder verzichtet auf Nominierung für Gazprom-Aufsichtsrat

Update, 24. Mai, 20.09 Uhr: Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder hat nach eigenen Angaben schon vor längerer Zeit auf die Nominierung für den Aufsichtsrat des russischen Energiekonzerns Gazprom verzichtet. Dies habe er dem Unternehmen auch mitgeteilt, teilte Schröder am Dienstagabend auf dem Online-Portal „Linkedin“ mit. Die Authentizität des Beitrags wurde der Deutschen Presse-Agentur aus seinem Umfeld bestätigt. Schröder erklärte wörtlich: „Auf die Nominierung in den Aufsichtsrat von Gazprom habe ich schon vor längerer Zeit verzichtet. Dieses habe ich dem Unternehmen auch mitgeteilt. Insofern wundere ich mich über heute neu erschienene anderslautende Berichte.“

Schröder für Gazprom-Aufsichtsrat nominiert

München - Der russische Energie-Riese Gazprom hat Altkanzler Gerhard Schröder für einen Posten im Aufsichtsrat nominiert. Dies teilte das Unternehmen am Dienstag (24. Mai) mit. Bisher gibt es keine Stellungnahme dazu von Schröder, den die Parteispitze der SPD zum Austritt aus der Partei aufgefordert hat. Einzig in einem Interview mit der New York Times hatte Schröder offen gelassen, ob er eine Nominierung für einen Aufsichtsratsposten annehmen werde.

Schröder ist ein persönlicher Freund des russischen Machthabers Wladimir Putin. Seit Ausbruch des Ukraine-Konflikts hatte Schröder Druck aus der Öffentlichkeit erfahren, seine Bande mit Russland zu lösen. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz hatte sich gewünscht, Schröder möge seine Mandate niederlegen.

Gerhard Schröder in den Aufsichtsrat? Gazprom-Hauptversammlung am 30. Juni

Aktuell ist Schröder noch für die Gazprom-Tochtergesellschaften Nord Stream und Nord Stream 2 als führender Lobbyist tätig. Die Gazprom-Hauptversammlung ist für den 30. Juni geplant.

Parteiübergreifend war dem 78-Jährigen vorgeworfen worden, hoch dotierte Posten in russischen Staatsunternehmen zu besetzen, während die Europäische Union mit Sanktionen versucht, auch die russische Wirtschaft zu treffen, um auf diesem Wege der Ukraine zu helfen. Auch seine Privilegien als Altkanzler verlor Schröder, darunter sein Büro. Das Europaparlament will Schröder auf die Sanktionslitze setzen, die gegen Oligarchen vorgeht. (cg mit dpa)

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