Sarrazin räumt "Riesenunfug" ein

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Bedauert jetzt seine Äußerung über genetische Gemeinsamkeiten der Juden: Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin.

Berlin - Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin hat nach seinen umstrittenen Äußerungen über genetische Gemeinsamkeiten von Juden erstmals Selbstkritik geübt. Seine Worte seien ein "Riesenunfug" gewesen, sagte er.

In der ARD-Sendung “hart aber fair“ distanzierte sich der SPD-Politiker am Mittwochabend von seiner Behauptung, alle Juden teilten ein “bestimmtes Gen“. “Das war ein Riesenunfug, was ich auch extrem bedauere“, sagte Sarrazin. “Ich bin definitiv nicht der Ansicht, dass es eine genetische Identität gibt.“

Sarrazin: Der Provokateur redet Klartext

Sarrazin: Der Provokateur redet Klartext

"Will ich den Muezzin hören, dann reise ich ins Morgenland." © dpa
"Piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb." © dpa
"In Deutschland arbeitet ein Heer von Integrationsbeauftragten, Islamforschern, Soziologen, Politologen, Verbandsvertretern und eine Schar von naiven Politikern Hand in Hand und intensiv an Verharmlosung, Selbsttäuschung und Problemleugnung." © dpa
"Besonders beliebt ist es, den Kritikern des Islam mangelnde Liberalität vorzuwerfen." © dpa
"Ich möchte nicht, dass wir zu Fremden im eigenen Land werden." © dpa
"Fabriken und Dienstleistungen müssen wandern, nicht die Menschen." © dpa
"Der Weg in den deutschen Sozialstaat darf nicht ohne Wegezoll möglich sein." © dpa
"In den USA bekämen sie keinen müden Cent. Deswegen sind sie auch nicht dort." © dpa
"Ich möchte nicht, dass das Land meiner Urenkel in weiten Teilen muslimisch ist." © dpa
"Die Arbeitsmigration der sechziger Jahre hat eine europäische Völkerwanderung in Gang gesetzt." © dpa

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Eigentlich habe er in dem Interview der “Welt am Sonntag“ nur auf allgemeine genetische Ähnlichkeiten hinweisen wollen. Die Juden seien ihm als erstes eingefallen, weil er dazu gerade etwas gelesen habe. “Ich hätte sagen sollen, Ostfriesen oder Isländer, dann wäre es kein Thema gewesen“, sagte er. Sarrazin bezeichnete es als “Dummheit“, dass er diese Äußerung im Interviewtext nicht nachträglich gestrichen habe. “Das war mein Blackout“, sagte er.

Er habe sich von der Zeitung “aufs Glatteis“ führen lassen. Sarrazin machte deutlich, dass ihn die Kritik an seiner Person nicht unbeeindruckt lässt: “Was an psychischem Druck auf mir lastet, ist beachtlich. Das halten viele Menschen nicht aus.“ Zu seiner beruflichen Zukunft äußerte er sich nicht.

“Ich bin Bundesbanker. Jedes Amt ist zeitlich begrenzt. Wann die Begrenzung ist, wird die Zukunft zeigen.“ Der Vorstand der Bundesbank wird möglicherweise schon an diesem Donnerstag über die Zukunft seines umstrittenen Mitglieds Sarrazin entscheiden. Nach einem Bericht der “Berliner Zeitung“ soll bereits feststehen, dass Sarrazin gehen muss.

dpa

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