Sascha Vogt ist neuer Juso-Vorsitzender

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Sascha Vogt ist der neue Vorsitzende der Jusos

Essen - Der 29-jährige Politologe Sascha Vogt ist neuer Bundesvorsitzender der Jungsozialisten. Der neue Juso-Chef stellt gleich eine Forderung an die SPD-Spitze.

Vogt wurde am Freitagabend beim Bundeskongress der SPD-Nachwuchsorganisation in Essen mit 68,1 Prozent der Stimmen gewählt. Die bisherige Vorsitzende Franziska Drohsel hatte aus privaten Gründen ihren vorzeitigen Rückzug erklärt. Der aus Nordrhein-Westfalen stammende Vogt war seit dem vergangenen Jahr ihr Stellvertreter.

Der neue Juso-Chef forderte die SPD-Spitze auf, die innere Erneuerung der Partei engagierter als bisher voranzutreiben. Um verlorenes Vertrauen wieder zu gewinnen und Schwarz-Gelb abzulösen, reiche es nicht aus, sich nur “aufs Sofa zu legen und sich belustigt das schwarz-gelbe Theater anzuschauen“.

Die Jusos wollten wie auch schon in früheren Zeiten bei der Erneuerung der Partei eine Vorreiterrolle einnehmen, kündigte Vogt an. Er forderte dabei zugleich einen offeneren Umgang mit der Linkspartei ohne “Schaum vor dem Mund“. Vogt: “Dass wir es nicht geschafft haben, aus bestehenden parlamentarischen Mehrheiten auch Regierungsmehrheiten zu machen, ist nichts worauf die SPD, die Grünen oder die Linkspartei stolz sein sollten.“

Die SPD müsse jetzt ein Bündnis für soziale Gerechtigkeit schmieden, um neue gesellschaftliche Mehrheiten zu erringen. “Ich will, dass spätestens im Jahr 2013 Schwarz-Gelb mit den Stimmen von Rot-Rot-Grün abgewählt wird.“ Dabei wollten die Jusos “noch lauter werden“ und in Unis und Ausbildungsstätten den Protest gegen die unsoziale Politik von Schwarz-Gelb organisieren.

Vor der Wahl Vogts hatte Nordrhein-Westfalens SPD-Chefin Hannelore Kraft bei dem Kongress ihre Absicht bekräftigt, jetzt nach zügigen Koalitionsverhandlungen mit den Grünen eine Minderheitsregierung zu bilden. Dies sei eine große politische Herausforderung. “Es wird nicht einfach sein“, sagte Kraft. “Viele Gesetze werden wir hinbekommen, bei vielen Vorhaben wird es allerdings auch schwierig sein“. Dabei werde die SPD auch Kompromisse machen müssen. Zu den ersten Vorhaben werde die Abschaffung der Studiengebühren gehören. “Ich kann mir nicht vorstellen, dass das an der Linkspartei scheitert.“

dpa 

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