Schweden: Reinfeldt sucht nach neuer Mehrheit

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Schwedens konservativer Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt

Stockholm - Schwedens Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt muss nach den Reichstagswahlen eine neue Mehrheit suchen. Trotz des Wahlerfolges für seine konservative Partei hat die Bürger-Koalition die absolute Mehrheit verloren.

Die bisher zur Opposition zählenden Grünen lehnten in der Wahlnacht ein Angebot zur Zusammenarbeit ab. Reinfeldt wollte sich am Morgen nach der Wahl zunächst nicht öffentlich äußern. Der Generalsekretär der Konservativen, Per Schlingmann, erklärte, die neue parlamentarische Lage sei “ziemlich beunruhigend“. Hintergrund ist der erstmalige Einzug der rechtspopulistischen Schwedendemokraten in den Stockholmer Reichstag mit 20 Abgeordneten. Dadurch fehlen der Koalition drei Stimmen für die absolute Mehrheit, mit der sie seit 2006 regiert hat. Die Konservativen erzielten mit 30 Prozent das beste Ergebnis ihrer Parteigeschichte und gelten als klarer Wahlsieger.

Nur knapp darüber mit 30,9 Prozent blieben die Sozialdemokraten, die umgekehrt ihr schlechtestes Ergebnis seit dem Beginn der Demokratie in Schweden einfuhren. Parteichefin Mona Sahlin will trotzdem im Amt bleiben. Sie sagte: “Jetzt wird es ernst, weil wir fremdenfeindliche Kräfte in Schwedens Parlament haben.“ Die Sozialdemokraten haben das skandinavische Land seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts fast immer im Alleingang regiert. Sie wurden jetzt mit einem Minus von 4,1 Prozent gegenüber 2006 zum Verlierer dieser Wahl.

dpa

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