Schweine-Sause von Merkel und Bush vor Gericht

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US-Präsident George W. Bush (M) legt Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Barbecue-Abend am 13. Juli .2006 in Trinwillershagen ein Stück Schweinebraten auf den Teller. Die Schweine-Sause hat jetzt ein nachspiel vor Gericht.

Trinwillershagen - Das Wildschweinessen von Ex-US-Präsident George W. Bush und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) im Jahr 2006 wird zu einem Fall für den Richter.

Hintergrund: Im Sommer 2006 war Bush auf Einladung der Kanzlerin für einen 36-stündigen Kurzaufenthalt nach Mecklenburg-Vorpommern gekommen. Auf dem Besuchsprogramm stand auch ein Grillfest in der Gemeinde Trinwillershagen, bei dem eine Wildsau über dem Feuer gebrutzelt wurde. Rund 8,7 Millionen Euro soll die Schweine-Sause aufgrund der aufwändigen Sicherheitsvorkehrungen gekostet haben. Etwa 12.500 Polizisten bewachten den mächtigsten Mann und die mächtigste Frau der Welt. 

Ein in Baden-Württemberg verknackter Bankräuber hält diese Party für eine Mords-Sauerei und hat deswegen geklagt. Er will die Offenlegung aller Rechnungen für den Polizeieinsatz während des Bush-Besuchs erzwingen. Der Knacki will nicht glauben, dass die Schweine-Party wirklich "nur" 8,7 Millionen Euro gekostet hat. Diese Summe ergibt sich aus zwei Kleinen Anfragen im Landtag, die das Innenministerium von Mecklenburg-Vorpommern 2007 und 2008 beantwortet hat.

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Über diese Zahlen war der Sträfling auch schon informiert worden. Und deshalb wurde auch ein für März anberaumter Gerichtstremin kurzfristig abgesagt. Doch der Bankräuber blieb hartnäckig. Er pocht auf das Informationsfreiheitsgesetz Mecklenburg-Vorpommerns.

Am 27. August wird sich das Verwaltungsgericht Schwerin laut einer Sprecherin nun mit dem Fall befassen. Im Endeffekt wird der Knacki mit seiner Aktion aber nicht mehr erreichen, als dass exakte Zahlen auf den Tisch kommen. Denn das Geld für die Schweine-Sause ist längst ausgegeben. Und Ex-Präsident Bush oder Kanzlerin Merkel werden es sicher nicht mehr zurückzahlen.

fro

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