Schwierige Beratungen auf UN-Klimakonferenz

+
Klimaschützer protestieren am in Bonn vor dem Tagungsort der UN-Klimakonferenz. Klimaschützer haben an die Regierungen appelliert, nach dem Scheitern des Gipfels von Kopenhagen zu handeln.

Bonn - Auf der Bonner UN-Klimakonferenz haben sich schwierige Beratungen über das weitere Vorgehen für ein globales Klima-Abkommen abgezeichnet. Die Differenzen vom Kopenhagener Weltklimagipfel wirken nach und überschatten den Neustart.

Rund 2000 Regierungsvertreter aus aller Welt wollen sich bis zum Sonntag auf einen Fahr- und Arbeitsplan für Verhandlungen in diesem Jahr verständigen. Es ist die erste UN-Konferenz seit dem weitgehenden Scheitern des Klimagipfels im Dezember.

Unklar und strittig blieb in Bonn bisher die künftige Verhandlungsgrundlage. Welcher Faden soll aufgenommen werden? Ebenso unklar ist das Ziel der Verhandlungen: Was für eine Vereinbarung soll angepeilt werden? Weitgehend Übereinstimmung gab es darin, dass es vor dem nächsten Klimagipfel in Cancún (Mexiko) im November/Dezember 2010 noch weitere Verhandlungsrunden geben soll. Die nächste größere UN-Konferenz ist bereits für Mai/Juni in Bonn terminiert.

Klimakiller ade - die besten Tipps zum Senken der Treibhausgase

Klimakiller ade - die besten Tipps zum Senken der Treibhausgase

Die anhaltenden Differenzen sorgten bei Konferenzteilnehmern für zunehmende Skepsis, dass bereits in Cancún ein neues verbindliches Abkommen erreicht werden kann. Möglicherweise bleibt eine solche Zielsetzung sogar offen. Das Kyoto-Protokoll von 1997 zur Verminderung klimaschädlicher Treibhausgase in Industrieländern läuft 2012 aus. Einen anderen globalen Vertrag für den weltweiten Klimaschutz gibt es nicht.

Die USA und eine mit ihnen auf einer Linie liegende Ländergruppe wollen die politische Vereinbarung von Kopenhagen als Basis nehmen. Andere Länder lehnen den Text als unverbindliche politische Erklärung ab und plädieren dafür, frühere umfassende Entwürfe wieder zu nutzen, zu denen in Kopenhagen kein Konsens möglich war. Die US-Delegation pries die Kopenhagen-Vereinbarung, die unter Regie von US-Präsident Barrack Obama zustande gekommen war, in Bonn als "Meilenstein" und "Durchbruch".

Die spanische Delegierte Alicia Montalvo sagte für die EU-Seite, die Vereinbarung entspreche zwar nicht den Erwartungen der EU, die ein umfassendes rechtliches Regelwerk wolle, sie sei aber eine wichtige politische Richtschnur. Hinter die Kopenhagen-Vereinbarung, die auf dem Gipfel nicht formell beschlossen wurde, haben sich inzwischen rund 120 Länder gestellt.

dpa

Meistgelesen

Gewinner und Verlierer: Der Saarland-Wahltag in Bildern
Gewinner und Verlierer: Der Saarland-Wahltag in Bildern
Die Vereidigung von Bundespräsident Steinmeier im Ticker zum Nachlesen
Die Vereidigung von Bundespräsident Steinmeier im Ticker zum Nachlesen
Kabinett will verurteilte Homosexuelle rehabilitieren
Kabinett will verurteilte Homosexuelle rehabilitieren
Heute Landtagswahl im Saarland: Das sagen die letzten Umfragen
Heute Landtagswahl im Saarland: Das sagen die letzten Umfragen

Kommentare