Seehofer: Union kann Wahl nur durch eigene Fehler verlieren

CSU-Chef und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer.
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CSU-Chef und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer.

München - Drei Monate vor der Bundestagswahl hält CSU-Chef Horst Seehofer eine Niederlage der Union nur noch bei eigenen Fehlern für möglich.

Die SPD kann nach Seehofers Auffassung das Ruder nicht mehr aus eigener Kraft herumreißen. “Die Situation von 2002 und 2005 wird sich nicht wiederholen, dass der Union auf den letzten Metern die Luft ausgeht“, sagte Seehofer in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. “Im Grunde können wir uns den Wahlerfolg nur durch eigene Fehler verbauen.“ Am Freitag will die CSU bei ihrem Parteitag in Nürnberg ein Aufbruchssignal für den Wahlkampf setzen.

Seehofer nannte mehrere Gründe für seine Zuversicht: “Zum einen stellen wir inzwischen die Kanzlerin. Zweitens sind wir in einer Wirtschaftskrise. In der Krise setzen die Wähler nicht auf Stimmungen, sondern auf Kompetenz. Und die Kompetenz nicht nur in der Wirtschaftspolitik liegt ganz klar bei uns.“ Es sei ein Trugschluss der Sozialdemokraten, “wenn sie glauben, dass sie wieder drei Wochen vor dem Wahltag loslegen und alles aufmischen könnten.“

Stargast auf dem CSU-Parteitag ist Bundeskanzlerin Angela Merkel ( CDU ). Inhaltlicher Schwerpunkt ist ein eigener CSU-Wahlaufruf. Darin hat die CSU die Forderungen aufgelistet, die sie wegen Widerstands der CDU nicht im gemeinsamen Unions-Wahlprogramm unterbringen konnte. Seehofer will den Spagat zwischen eigenem CSU-Profil und Geschlossenheit schaffen: “Wir haben Erfolg, wenn die CSU ihre bayerische Eigenständigkeit in der Politik sichtbar macht und gleichzeitig mit der CDU Schulter an Schulter marschiert“, sagte er.

Der bayerische Ministerpräsident warnte gleichzeitig vor zu großer Siegesgewissheit: “Es ist gut, dass in der CSU wieder Optimismus da ist, aber Optimismus bedeutet noch keine Wählerstimmen. Die Grenze zwischen Mut und Übermut darf nicht überschritten werden. Wenn Sie einen Meter vor der Ziellinie das Tempo herausnehmen, gehen Sie nicht als erster durchs Ziel.“

Gespräch: Carsten Hoefer, dpa

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