Sexprozess ohne Berlusconi fortgesetzt

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Silvio Berlusconi hat weiter Ärger mit der Justiz.

Rom - Silvio Berlusconi kommt aus seinem Dauerärger mit der Justiz nicht heraus. Am Montag wurde sein Sexprozess um das Callgirl “Ruby“ weitergeführt. Für drei seiner Vertrauten soll ebenfalls ein Verfahren beginnen.

Der spektakuläre Sexprozess gegen Silvio Berlusconi ist am Montag in Mailand erneut ohne den umstrittenen italienischen Regierungschef fortgesetzt worden. Seit Beginn des Verfahrens im April erschienen weder der 75-jährige Medienmogul noch das 18-jährige marokkanische Callgirl “Ruby Rubacuori“ (Ruby Herzensdieb) im Mailänder Gerichtssaal. Die Verteidigung beantragte am Montag in Erwartung einer Entscheidung des Verfassungsgerichts eine Vertagung des Verfahrens, wie italienische Medien berichteten. Das höchste Gericht Italiens soll beurteilen, ob das Mailänder Geschworenengericht überhaupt zuständig ist.

Berlusconi war dort vorstellig geworden, weil der Fall nach Einschätzung seiner Anwälte vor ein spezielles Ministergericht gehört. Das Verfassungsgericht in Rom will im Februar nächsten Jahres entscheiden.

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Neuer Ärger droht dem innenpolitisch angeschlagenen Berlusconi durch die Eröffnung eines Verfahrens gegen drei seiner Vertrauten. Wegen Begünstigung der Prostitution auch minderjähriger Frauen - darunter “Ruby“ - müssen sich der TV-Nachrichtenchef Emilio Fede, die Regionalpolitikerin Nicole Minetti und der Showmanager Lele Mora ab dem 21. November vor einem Mailänder Gericht verantworten. Sie sollen etliche Escortmädchen für wilde Partys in Berlusconis Villa bei Mailand vermittelt und bezahlt haben.

Der Premier sitzt in dem auch international stark beachteten Sexprozess wegen Amtsmissbrauchs und verbotenem Sex mit einer Minderjährigen auf der Anklagebank. Die Staatsanwälte legen ihm zur Last, die damals 17-jährige Marokkanerin “Ruby“ alias Karima el-Marough 2010 mit Geld, Schmuck und anderen Wertsachen zu wilden Bunga-Bunga-Nächten bewegt zu haben. Sein Amt habe er missbraucht, als er sie später persönlich mit einem Anruf bei der Polizei vor einer Festnahme wegen Diebstahls rettete.

Berlusconi verteidigte sein Vorgehen bisher stets, er habe so handeln müssen, um einen diplomatischen Zwischenfall zu vermeiden. So habe er das Mädchen für eine Nichte des damaligen ägyptischen Staatschefs Husni Mubarak gehalten. Auch deswegen gehöre der Fall - wenn überhaupt - vor ein Ministergericht, argumentierten die Anwälte.

dpa

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