Bayern

Söder glaubt nicht mehr an absolute Mehrheiten für CSU

Markus Söder
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Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Parteivorsitzende Markus Söder bei einer Pressekonferenz in München.

Kann die CSU bei zukünftigen Landtagswahlen absolute Mehrheiten erzielen? Eine sich ändernde Demografie und ein breiteres Parteienspektrum sprechen dagegen, sagt Markus Söder.

Augsburg - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bezweifelt, dass seine CSU jemals wieder die absolute Mehrheit bei Landtagswahlen erreichen kann und setzt langfristig auf die Freien Wähler als Koalitionspartner.

„Absolute Mehrheiten gibt es heute in Europa eigentlich nur noch in den Ländern, die den Umgang mit der Medienfreiheit wesentlich anders interpretieren als wir“, sagte der CSU-Chef der „Augsburger Allgemeinen“. Bayern habe sich dagegen auch durch einen enormen Zuzug verändert, sei vielfältiger und umfasse Menschen mit unterschiedlichen Einstellungen und Erwartungen. „Zudem gibt es, anders als vor 20 Jahren, breitere Angebote im bürgerlichen Parteienspektrum. Es gibt die FDP, die Freien Wähler und - deutlich rechts vom bürgerlichen Lager - auch eine AfD.“

Koalition als Erfolgsrezept

Er setze deshalb auf eine Fortsetzung der seit 2018 regierenden Koalition aus CSU und Freien Wähler: „Die Freien Wähler sind unser bevorzugter Partner“, sagte Söder. „Es gibt immer wieder kleine Unterschiede, aber im Grundsatz arbeiten wir gut zusammen.“ Grüne und FDP hätten sich für einen anderen Weg entschieden, fügte er mit Blick auf die Ampel-Regierung in Berlin hinzu.

Die CSU hat jahrzehntelang allein regiert. 2008 verlor sie die absolute Mehrheit und ging ein Bündnis mit der FDP ein. 2013 gewann sie sie unter dem damaligen Ministerpräsidenten Horst Seehofer zurück. 2018 brauchte dessen Nachfolger Söder abermals einen Partner und koaliert seitdem mit den Freien Wählern. dpa

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