Sozialverband: Altersarmut vorprogrammiert

Berlin- Der Sozialverband Deutschland (SoVD) schlägt Alarm: Fehlentscheidungen in der Arbeitsmarktpolitik ziehen unweigerlich Altersarmut nach sich.

Es werde deutlich, “dass Hartz-IV und Rente mit 67 in dieser Form nicht Bestand haben“, sagte Verbandspräsident Adolf Bauer am Mittwoch in Berlin. “Langzeitarbeitslosigkeit, prekäre Beschäftigung und Niedrigeinkommen sind eine wesentliche Ursache dafür, dass die Betroffenen niedrigere Rentenansprüche erwerben.“

Bei der derzeitigen Situation auf dem Arbeitsmarkt bedeute eine Rente mit 67 nichts weiter als eine Rentenkürzung für über 90 Prozent der über 60-Jährigen, meinte Bauer. “Das kann man nicht ernsthaft wollen.“ Die Rentenformel der Zukunft beinhalte eine Aufhebung der Dämpfungsfaktoren sowie eine Anpassung an die Inflationsrate. Dies führe nicht zwangsläufig zu einer Erhöhung der Beiträge.

Der Verband verlangte zudem eine transparente Berechnung der Hartz IV-Regelsätze, bei der bedarfsgerecht das soziokulturelle Existenzminimum sowie ebenfalls die Preisentwicklung berücksichtigt werde. Demnach müssten die Leistungen zwangsläufig steigen - für Kinder und Erwachsene, sagte die Vorsitzende des Arbeitskreises Sozialversicherung, Ursula Engelen-Kefer.

Damit sich Arbeit wieder lohne, brauche es einen bundeseinheitlichen gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro, forderte Engelen-Kefer. Auch die Hinzuverdienstregelungen sollen nur dann greifen, wenn auch für diese Tätigkeiten der Mindestlohn gezahlt werde.

Rubriklistenbild: © dpa

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