Spanier sind Beschwerde-Europameister

Brüssel - Spanien hat den Titel des Beschwerde-Europameisters übernommen. Im vergangenen Jahr reichten die Einwohner des Landes 361 Beschwerden beim EU-Bürgerbeauftragten ein und überholten damit die Deutschen (308).

Das geht aus dem am Dienstag vorgestellten Jahresbericht des Europäischen Ombudsmannes hervor. Dahinter folgten Polen (233) und Belgien (190). Am häufigsten wurden demnach Transparenzmängel der EU-Institutionen moniert, hinzu kamen vor allem Probleme mit Ausschreibungen sowie Fällen von Ungerechtigkeit oder Diskriminierung.

Das sind die wichtigsten Organe der EU

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Als Beispiel nannte der Ombudsmann den empfundenen Interessenkonflikt durch den direkten Wechsel einer ranghohen Mitarbeiterin der EU-Lebensmittelaufsichtsbehörde EFSA zu ihrem alten Arbeitgeber, einer Biotechnologie-Firma. Auch die fehlende Übersetzung öffentlicher Konsultationen in alle 23 Amtssprachen sei mehrfach bemängelt worden. Weitere Bürgerbeschwerden seien wegen mangelhafter Aufklärung über die Strahlenbelastung von Lebensmitteln nach der Atomkatastrophe in Fukushima eingegangen. Insgesamt sank die Zahl der Beschwerden den Angaben zufolge von 2.667 auf 2.510.

Der Europäische Ombudsmann geht Hinweisen auf mögliche Missstände in den Verwaltungen der EU-Organe und -Institutionen nach. Beschweren können sich alle Einwohner, Unternehmen oder Verbände eines Mitgliedstaats.

dapd

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