Bundestag

SPD, Grüne und FDP wollen Sondersitzung für Fluthilfe

Unwetter in Rheinland-Pfalz
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Autowracks, die von der Flut der Ahr durch die Straßen gespült wurden, werden auf einem Gelände gesammelt, um sie zur Verschrottung weiterzutransportieren.

Eigentlich wollen die Abgeordneten des Bundestags erst am 7. September noch einmal zu einer Sitzung zusammenkommen. Doch die Rufe nach einer Sondersitzung angesichts der Hochwasserkatastrophe werden lauter.

Berlin - Nach der Flutkatastrophe vor allem im Westen Deutschlands wird eine Sondersitzung des Bundestags wahrscheinlicher. Inzwischen befürworten FDP, Grüne und SPD, dass die Abgeordneten im August aus der Sommerpause kommen, um schnell Hilfen für die Menschen in den Hochwassergebieten auf den Weg zu bringen.

Beantragt werden müsste dies von mindestens einem Drittel der Abgeordneten, also 237 Parlamentariern. Die drei Fraktionen verfügen zusammen über 299 Mandate.

In einem am Dienstag veröffentlichten Interview plädierte auch SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich für eine Sondersitzung. „Nachdem sich jetzt abzeichnet, dass sich alle Länder zusammen mit dem Bund an einem Wiederaufbaufonds beteiligen werden, sollte aus Sicht der SPD-Bundestagsfraktion der Bundestag noch während der Sommerpause die gesetzlichen Voraussetzungen beraten und schnell Entscheidungen treffen“, sagte Mützenich der „Rheinischen Post“.

Die Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Fraktion, Britta Haßelmann, begrüßte die Bereitschaft der SPD. „Dann sollten wir gemeinsam dafür sorgen, dass diese jetzt auch zeitnah zustande kommt“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Warum die CDU/CSU offenbar noch zögert, ist mir unverständlich.“

Der Bundestag müsse über einen Wiederaufbaufonds für die betroffenen Menschen und die Gebiete der Flutkatastrophe entscheiden, sagte Haßelmann. „Die von der Katastrophe betroffenen Menschen brauchen nach den Soforthilfen nun weitere Unterstützung und Planungssicherheit. Daher sind schnelles Handeln und Entscheidungen des Bundestages unverzichtbar.“ Zudem müsse über notwendige Maßnahmen der Klimavorsorge und des Klimaschutzes beraten werden.

Mützenich sagte: „Wir wollen in dieser Situation den von der Flut betroffenen Menschen, Kommunen und Dienstleistern zumindest finanzielle Sicherheit geben.“ Häuser, Straßen, Versorgung und Brücken müssten so rasch wie möglich wiederhergestellt werden.

Die FDP-Bundestagsfraktion hatte eine Sondersitzung sogar noch in dieser Woche verlangt, was aber zeitlich kaum möglich ist. Die Liberalen wollen zudem, dass dabei auch über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie debattiert wird.

Ihr Erster Parlamentarischer Geschäftsführer Marco Buschmann hatte seine Kollegen von Union, SPD, Grünen und Linken sowie Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) angeschrieben und erklärt, für beide Themen reiche eine Ministerpräsidentenkonferenz nicht aus. Die Ministerpräsidenten wollen am Dienstag kommender Woche wieder beraten.

Bei dem Jahrhundert-Unwetter vor gut zweieinhalb Wochen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz starben mehr als 180 Menschen. Die Sachschäden sind immens. dpa

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