"Kaum praktikabel" 

Trotz Schlägereien: SPD will Flüchtlinge nicht trennen

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In einer Notunterkunft in Kassel hatte es am Sonntag eine Massenschlägerei gegeben. 

Berlin - Mehrere SPD-Politiker haben sich trotz wiederholter gewaltsamer Auseinandersetzungen in Flüchtlingsunterkünften gegen eine Trennung der Bewohner nach Glaube und Herkunft ausgesprochen.

Für eine getrennte Unterbringung „auch nach den Religionen“ hatte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) plädiert.

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) hält eine solche Aufteilung von Flüchtlingen zur Vermeidung von Konflikten und Schlägereien nicht für sinnvoll. „Eine Trennung nach Religionen oder gar Ethnien ist bei dem derzeitigen Ansturm kaum praktikabel“, sagte Lewentz der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Die wichtigste Aufgabe sei es, geflohenen Menschen ein Dach über dem Kopf zu bieten.

Der stellvertretende SPD-Chef Ralf Stegner sagte der „Rheinischen Post“ (Dienstag): „Man muss sensibel bei ethnischen Konflikten agieren, aber eine pauschale religiöse oder ethnische Trennung kann nicht die Lösung sein.“

Der SPD-Abgeordnete Achim Post, Vorsitzender der nordrhein-westfälischen Landesgruppe in der SPD-Bundestagsfraktion, sagte der Zeitung: „Das Hauptproblem ist nicht die Ethnie oder die Religion, sondern die Zustände und die beengten Wohnmöglichkeiten.“

In einer Notunterkunft für Flüchtlinge im nordhessischen Kassel-Calden war es am Sonntag zu einer Massenschlägerei unter 300 Albanern und 70 Pakistanern gekommen. Auslöser war eine Rangelei zwischen zwei Bewohnern während der Essensausgabe.

dpa

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