Steuer frisst Lohnerhöhungen wieder auf

Berlin - Der deutsche Fiskus holt sich offenbar einen großen Teil der Lohnerhöhungen über die Einkommenssteuer zurück. Nach Steuern und Abgaben bleibt Beschäftigten von ihrem Gehaltsplus weniger als die Hälfte.

Wie die “Bild“-Zeitung in ihrer Onlineausgabe unter Berufung auf Berechnungen des Bundes der Steuerzahler (BdSt) berichtet, müssen Beschäftigte von ihrem Gehaltsplus teilweise mehr als die Hälfte als Steuern und Sozialabgaben wieder abführen. In einigen Fällen erhöhe sich der Steueranteil am Einkommen sogar fast doppelt so stark wie der Lohn.

Steuersenkungen: Wer davon profitiert

Steuersenkungen: Wer davon profitiert

Mit dem “Wachstumsbeschleunigungsgesetz“ wollen Union und FDP das erste Steuersenkungspaket umsetzen. Von links der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer, der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). © dpa
Die von Schwarz-Gelb beschlossenen Entlastungen von jährlich 8,5 Milliarden Euro sollen von Januar 2010 an greifen. Es gibt aber Widerstand aus den Ländern. Das sind die Eckpunkte der Steuersenkungen: © dpa
FAMILIEN: Der jährliche Kinderfreibetrag soll von 6024 auf 7008 Euro angehoben werden. © dpa
Das monatliche Kindergeld wird um jeweils 20 Euro erhöht - also auf 184 für das erste und zweite Kind, auf 190 Euro für das dritte Kind und auf je 215 Euro für das vierte sowie weitere Kinder. © dpa
Kosten pro Jahr: bis zu 127 Millionen Euro. © dpa
MEHRWERTSTEUER: Zum 1. Januar 2010 soll für Übernachtungen im Hotel- und Gaststättengewerbe der reduzierte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent gelten. © dpa
UNTERNEHMENSSTEUER: Elemente der Unternehmenssteuerreform von 2008 werden korrigiert. © dpa
Einige Punkte der Unternehmenssteuerreform: Die “Zinsschranke“ - der Aufwand für Zinsen bei der Berechnung der Steuerlast - wird gelockert. © dpa
Sanierungs-Übernahmen werden erleichtert. © dpa
Bei der Gewerbesteuer soll der Teil der Aufwendungen für Immobilienmieten gekürzt werden, der bei Ermittlung der Gewerbesteuerlast hinzugerechnet und versteuert werden muss. © dpa
ERBSCHAFTSTEUER: Geschwister, Nichten und Neffen werden entlastet. © dpa
Für sie soll es einen neuen Stufentarif von 15 bis 43 Prozent geben. © dpa
Für Firmenerben wird die Arbeitsplatzauflage für eine Steuerbefreiung gelockert. © dpa
BIOKRAFTSTOFF: Der Steuervorteil für reine Biokraftstoffe wird nicht reduziert und der Entlastungssatz in den Jahren 2009 bis 2011 fortgeschrieben. © dpa

So verdiene beispielsweise ein Elektriker in der Stahlindustrie mit einem monatlichen Tarifgehalt von 2.313 Euro in der Steuerklasse I seit Oktober 3,6 Prozent oder 83 Euro mehr. Die Steuerlast sei gleichzeitig aber um sieben Prozent gestiegen, hat der BdSt errechnet. Netto verblieben dem Elektriker vom Lohnplus dadurch nur 42 Euro.

Verbandspräsident Karl Heinz Däke macht unter anderem den Verlauf des Steuertarifs und die kalte Progression für die hohen Abzüge verantwortlich. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt verlangte unterdessen “ein Bündnis für mehr Netto“. Er die Gewerkschaften auf, gemeinsam mit den Arbeitgebern für die Senkung der Sozialabgaben einzutreten.

dapd

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