Streiks: Griechen wollen nicht sparen

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Etliche Griechen streiken.

Athen - Die Griechen gehen auf die Straße: Nach dem angekündigten Sparkurs der Regierung streiken immer mehr Griechen. Streikende haben jetzt das Fernsehen gestürmt.

In Griechenland gehen die Streiks und Proteste gegen den harten Sparkurs der Regierung weiter. Demonstrierende Lehrer unterbrachen am Montagabend die Hauptnachrichtensendung des staatlichen griechischen Fernsehens. Sie besetzten das Hauptstadt-Studio für etwa zwei Stunden. Erst nachdem ihnen das Verlesen einer Erklärung vor laufenden Kameras gestattet wurde, brachen sie ihren Protest ab.

Etliche Berufsgruppen treten in den Ausstand

Seit Montag streikt bereits die griechische Müllabfuhr. Ab heute (Dienstag) wollen die Beamten in den Ausstand treten. Am Mittwoch will sich auch die Gewerkschaft der privaten Wirtschaft GSEE anschließen. Die Fluglotsen wollen dann den griechischen Luftraum für 24 Stunden komplett schließen.

Die griechischen Gewerkschaften machen mobil gegen das Sparprogramm, das die Regierung in Athen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF), der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank verabredet hat. Es sieht bis 2013 Einsparungen im Umfang von 30 Milliarden Euro vor und bildet die Voraussetzung für die zugesagten Finanzhilfen in Höhe von 110 Milliarden Euro für den vom Bankrott bedrohten Staat. Das griechische Haushaltsdefizit soll bis 2014 von derzeit 13,6 auf 3,0 Prozent reduziert werden.

Proteste und Streiks in Griechenland

Schwere Krawalle in Griechenland

Die Gewerkschaften rechneten vor, dass mit den Sparmaßnahmen vor allem die Staatsbediensteten zwischen 20 bis 30 Prozent ihres Einkommens verlieren werden. Außerdem ist ein Einstellungsstopp im staatlichen Bereich für mindestens drei Jahre vorgesehen. Die Besetzer des Fernsehstudios forderten am Montagabend den IWF auf, “aus dem Land zu verschwinden“. In der verlesenen Erklärung hieß es außerdem, dass “die Nichtverlängerung der Verträge von rund 17 000 auf Zeit beschäftigten Lehrern ungerecht ist“. “Wir werden weiter kämpfen,“ sagte eine Lehrerin nach dem Ende der Besetzung. Festnahmen gab es keine.

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