Streit überschattet Gedenken an Kaczynski-Absturz

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In Warschau trauerten zahlreiche Menschen am ersten Todestag von Lech Kaczynski.

Warschau - Die Flugzeugkatastrophe von Smolensk vor genau einem Jahr hat nicht nur das polnisch-russische Verhältnis belastet. Auch in Polen selbst hat der Tod von Präsident Kaczynski tiefe Gräben aufgerissen.

Geteiltes Gedenken: Ein Jahr nach dem Flugzeugabsturz des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski hat der Streit zwischen Regierung und Opposition die Gedenkfeiern für die 96 Toten überschattet. Jaroslaw Kaczynski, Zwillingsbruder des Verunglückten, blieb dem Staatsakt mit Präsident Bronislaw Komorowski auf dem Powazki-Friedhof in Warschau am Sonntag demonstrativ fern. Der national-konservative Chef der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) hält die Regierung von Donald Tusk für moralisch für das Unglück mitverantwortlich.

Komorowski appellierte an seine Landsleute, auf dem Fundament der nationalen Trauer "das Denkmal der Gemeinschaft" aufzubauen. Das wäre das "schönste Denkmal" für die Opfer, sagte der liberale Nachfolger von Lech Kaczynski. Jaroslaw Kaczynski legte seinen Kranz erst nach dem Abschluss der Staatsfeier nieder. Komorowski und Regierungschef Donald Tusk hatten pünktlich um 8.41 Uhr, dem Zeitpunkt der Katastrophe im russischen Smolensk, an einer Gedenktafel in der Militärkirche in Warschau Grabkerzen für die Toten aufgestellt. Auch hier fehlte Kaczynski. Er legte zu diesem Zeitpunkt einen Kranz vor dem Präsidentenpalast nieder.

Vor einem Jahr: Trauer um Opfer des Flugzeugabsturzes

Polen: Trauer um Opfer des Flugzeugabsturzes

Polen: Trauer um Opfer des Flugzeugabsturzes vom 10. April in Russland. © dpa
Polen: Trauer um Opfer des Flugzeugabsturzes vom 10. April in Russland. © dpa
Polen: Trauer um Opfer des Flugzeugabsturzes vom 10. April in Russland. © dpa
Polen: Trauer um Opfer des Flugzeugabsturzes vom 10. April in Russland. © dpa
Polen: Trauer um Opfer des Flugzeugabsturzes vom 10. April in Russland. © dpa
Polen: Trauer um Opfer des Flugzeugabsturzes vom 10. April in Russland. © dpa
Auch Angela Merkel trägt sich in das Kondolenzbuch für die Opfer des Flugzeugabsturzes ein. © dpa
Angela Merkel und ihr Mann Joachim Sauer. © dpa
Das hat Merkel in das Kondolenzbuch geschrieben. © dpa
Trauer auch in Berlin. © dpa
Polen: Trauer um Opfer des Flugzeugabsturzes vom 10. April in Russland. © dpa
Polen: Trauer um Opfer des Flugzeugabsturzes vom 10. April in Russland. © dpa
Polen: Trauer um Opfer des Flugzeugabsturzes vom 10. April in Russland. © dpa
Polen: Trauer um Opfer des Flugzeugabsturzes vom 10. April in Russland. © dpa
Polen: Trauer um Opfer des Flugzeugabsturzes vom 10. April in Russland. © dpa
Polen: Trauer um Opfer des Flugzeugabsturzes vom 10. April in Russland. © dpa
Schweigeminuten für die Opfer. Eine ganze Nation hält inne. © dpa
Schweigeminuten für die Opfer. Eine ganze Nation hält inne. © dpa
Polen: Trauer um Opfer des Flugzeugabsturzes vom 10. April in Russland. © dpa
Polen: Trauer um Opfer des Flugzeugabsturzes vom 10. April in Russland. © dpa
Polen: Trauer um Opfer des Flugzeugabsturzes vom 10. April in Russland. © dpa
Polen: Trauer um Opfer des Flugzeugabsturzes vom 10. April in Russland. © dpa
Polen: Trauer um Opfer des Flugzeugabsturzes vom 10. April in Russland. © dpa
Polen: Trauer um Opfer des Flugzeugabsturzes vom 10. April in Russland. © dpa
Das Präsidentenpaar Lech Kaczynski und seine Frau Maria. © dpa
Hier wird der Leichnam des polnischen Präsidenten von Russland in die Heimat transportiert. © dpa
Russlands Präsident Vladimir Putin nimmt Abschied und legt Blumen auf den Sarg Kaczynskis. © dpa
Putin nimmt Abschied. © dpa
Militärische Ehren für den toten Präsidenten. © dpa
Trauer auch in der russsichen Führungselite. © dpa
Polen: Trauer um Opfer des Flugzeugabsturzes vom 10. April in Russland. © dpa
Polen: Trauer um Opfer des Flugzeugabsturzes vom 10. April in Russland. © dpa
Kardinal Stanilsaw Dziwisz hält einen Trauergottesdienst. © dpa
Gedenken an die Opfer. © dpa
Der frühere polnische Präsident Lech Walesa zeigt sich schwer getroffen. © dpa
Fassungslosigkeit und tiefe Trauer bei Walesa und Millionen Polen. © dpa
Lech Walesa trägt sich in das Kondolenzbuch ein. © dpa
Blumen vor dem Polnischen Parlament in Warschau. © dpa
Trauer auch an einer polnischen Kirche in Paris. © dpa
Blumen und Kerzen an der polnischen Kirche in Paris. © dpa
Gedenken am Brandenburger Tor in Berlin. © dpa
Anteilnahme auf dem Pariser Platz in Berlin. © dpa
Polen: Trauer um Opfer des Flugzeugabsturzes vom 10. April in Russland. © dpa
Polen Trauer
Polen: Trauer um die Opfer des Flugzeugabsturzes vom 10. April in Russland. © ap/dpa
Polen Trauer
Polen: Trauer um die Opfer des Flugzeugabsturzes vom 10. April in Russland. © ap/dpa
Polen Trauer
Polen: Trauer um die Opfer des Flugzeugabsturzes vom 10. April in Russland. © ap/dpa
Polen Trauer
Polen: Trauer um die Opfer des Flugzeugabsturzes vom 10. April in Russland. © ap/dpa

Dort versammelten sich mehrere Tausend seiner Anhänger, die Parolen gegen die Regierung riefen. Nach dem Unfall vor einem Jahr war an diesem Ort spontan ein einfaches Holzkreuz aufgestellt worden, an dem zehntausende Menschen Lech Kaczynski die letzte Ehre erwiesen.

Das Flugzeug mit Lech Kaczynski, seiner Frau Maria und 94 weiteren Prominenten aus Politik, Militär und katholischer Kirche war am 10. April 2010 beim Landeversuch im dichten Nebel zerschellt, keiner der Insassen überlebte. Die Delegation war auf dem Weg nach Katyn bei Smolensk, wo der sowjetische Geheimdienst 1940 tausende polnischer Offiziere erschossen hatte. Jaroslaw Kaczynski warf Tusk vor, eine gemeinsame Reise mit dem Staatsoberhaupt verhindert zu haben, was für Lech Kaczynski mit dem Tod endete. Er boykottiert die Staatsfeiern, die er als eine "Heuchelei" bezeichnete.

Zusammen mit seinem russischen Kollegen Dmitri Medwedew will Komorowski am Montag am Unglücksort in Smolensk der Opfer gedenken. Das Treffen wurde allerdings durch einen Zwischenfall überschattet. In der Nacht zum Samstag war vom Gedenkstein am Flughafen Smolensk eine Tafel entfernt worden. Sie enthielt einen Hinweis auf den sowjetischen Völkermord in Katyn.

Das Außenministerium in Warschau kritisierte das russische Vorgehen als "Mangel an Sensibilität". Diese Entscheidung störe die Stimmung nicht nur dieses Gedenktages, sondern auch der bilateralen Beziehungen", sagte der Sprecher. Angehörige der Opfer zeigten sich empört. Am Samstagabend demonstrierten vor der russischen Botschaft in Warschau rund 2000 Menschen. Sie verbrannten eine Puppe des russischen Regierungschefs Wladimir Putin.

dpa

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