Studie: Ärzte sparen auf Kosten der Patienten‎

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Sprechstunde beim Arzt (Archivbild):  Eine Studie zeigt, dass Ärzte aus Kostendruck oft auf eine nötige Behandlung‎ verzichten.

Berlin - Jeder zweite Arzt in Deutschland musste aus Kostengründen schon auf medizinisch notwendige Behandlungen verzichten.

Das berichtet die “Bild“-Zeitung (Onlineausgabe) unter Berufung auf eine Gesundheitsstudie des Instituts Allensbach und MLP. Darin wurden bundesweit 524 Mediziner befragt.

So wirkt die Gesundheitsreform im Geldbeutel

So wirkt die Gesundheitsreform im Geldbeutel

Mehr Netto vom Brutto hatten Union und FDP den Menschen versprochen. Doch mit der Gesundheitsreform dürften viele etwas weniger im Geldbeutel haben. © dpa
Im kommenden Jahr steigt der Beitragssatz von 14,9 auf 15,5 Prozent. Für die Arbeitnehmer gilt ein 0,9- prozentiger Sonderbeitrag. © dpa
Arbeitnehmer müssen dann 8,2 Prozent auf ihr Einkommen bezahlen, die Arbeitgeber 7,3 Prozent. Der Satz wird bei diesem Stand eingefroren. © dpa
Die Auswirkung: Bei einem Bruttogehalt von 1000 Euro werden 82 statt 79 Euro im Monat fällig, bei 1500 sind es 123 statt 118,50 Euro, bei 2000 sind es 164 statt 158 Euro. © dpa
Die Kassen können Zusatzbeiträge ohne Obergrenze in Euro und Cent festsetzen. Die Pauschalen sind unabhängig vom Einkommen zu zahlen. © dpa
Wenn ein durchschnittlicher Zusatzbeitrag mehr als zwei Prozent des Bruttoeinkommens beträgt, bekommt der Versicherte die Differenz als Sozialausgleich aus Steuern. © dpa
Beträgt der durchschnittlich von den Kassen gebrauchte Zusatzbeitrag zum Beispiel 20 Euro, bekommen Versicherten ab einem Einkommen von 1000 Euro keinen Ausgleich. © dpa
Wer aber nur 800 Euro bekommt, wird nur mit 16 Euro zur Kasse gebeten. Er muss den von der eigenen Kasse verlangten Zusatzbeitrag komplett zahlen, der normale Kassenbeitrag wird aber um 4 Euro reduziert. © dpa
Wenn seine Kasse über dem Schnitt von 20 Euro liegt, schneidet er schlechter ab, verlangt sie weniger, zahlt er unterm Strich auch weniger. © dpa

Auch viele Patienten hätten der Studie zufolge den Eindruck, dass es bei der Behandlung Einschränkungen gibt. Demnach hatten 35 Prozent der 1.800 befragten Bürger beim Arzt schon einmal das Gefühl, dass ihnen bestimmte Behandlungen oder Medikamente kostenbedingt vorenthalten wurden. Bei den gesetzliche Krankenversicherten würden 38 Prozent Einschränkungen bei der Behandlung sehen, unten den privat Krankenversicherten seien es 9 lediglich Prozent.

dapd

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