Südkoreas Präsident droht mit Gegenschlag

Seoul - Der südkoreanische Präsident Lee Myung Bak hat nach dem Artillerieangriff des kommunistischen Nordens auf die Insel Yeonpyeong mit Vergeltung gedroht.

Falls Pjöngjang nochmals angreife, werde es einen “enormen Gegenschlag“ geben, sagte das Staatsoberhaupt am Dienstag.

Krise in Korea: Hier schlagen die Granaten ein

Krise in Korea: Hier schlagen die Granaten ein

Krise in Korea: Hier schlagen die Granaten ein. © dpa
Krise in Korea: Hier schlagen die Granaten ein. © dpa
Krise in Korea: Hier schlagen die Granaten ein. © dpa
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Nordkorea greift den Süden an

Nordkorea droht mit weiteren Militärschlägen

Zuvor hatte Nordkorea mit weiteren Angriffen gedroht, sollten südkoreanische Soldaten die Grenze verletzen. Problem ist, dass die Seegrenze umstritten ist. Pjöngjang könnte deshalb schon dann von einer Grenzverletzung sprechen, wenn südkoreanische Schiffe innerhalb des Seegebiets bleiben, das von den Vereinten Nationen Südkorea zugesprochen wurde.

Die Situation auf der koreanischen Halbinsel ist am Dienstag gefährlich eskaliert. Nordkorea habe die zu Südkorea gehörende Insel Yonpyong mit Dutzenden von Granaten beschossen und dabei zwei Marinesoldaten getötet, teilte ein Sprecher des Generalstabs der südkoreanischen Streitkräfte mit. Es habe zahlreiche Verletzte gegeben, darunter auch Zivilisten. Das südkoreanische Militär habe die Schüsse sofort erwidert und nordkoreanische Artilleriestellungen unter Beschuss genommen. Kampfjets nahmen Kurs auf die Insel im Gelben Meer. Die dramatische Lage löste weltweit Besorgnis aus.

Südkorea warf dem kommunistischen Nachbarland eine “klare militärische Provokation“ vor und warnte vor schweren militärischen Gegenschlägen für den Fall weiterer Angriffe. “Nordkorea muss die volle Verantwortung für den Angriff übernehmen“, hieß es in der Erklärung des Präsidialamts in Seoul.

Das ist Nordkorea

Das ist Nordkorea

Es war einer der schwerwiegendsten militärischen Zwischenfälle seit dem Ende des Koreakriegs (1950-53). Die südkoreanischen Streitkräfte wurden in höchste Alarmbereitschaft seit dem Bruderkrieg versetzt. Beide koreanischen Staaten befinden sich völkerrechtlich noch im Kriegszustand, da bisher kein Friedensvertrag geschlossen worden ist.

Das Nachbarland China äußerte sich “besorgt“ über den Granatenbeschuss Südkoreas. Russland rief beide Seiten zur Besonnenheit auf. Ähnlich alarmiert äußerten sich auch die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton und Bundesaußenminister Guido Westerwelle.

Den südkoreanischen Angaben zufolge wurden fünf Soldaten schwer und zehn weitere leicht verwundet. Auch drei Inselbewohner seien verletzt worden. Dutzende von Häusern seien in Brand geraten, hieß es aus Militärkreisen. Im Fernsehen war von 50 bis 60 brennenden Gebäuden die Rede. Auf den Bildern sah man, wie dunkle Rauchwolken von den beschädigten Gebäuden aufstiegen. Die etwa 1600 Inselbewohner seien in Sicherheit gebracht worden. Zahlreiche Bewohner flohen mit Booten von der Insel. Die Behörden sprachen von chaotischen Zuständen. “Häuser und Berge brennen“, sagte ein Bewohner im Fernsehen. Die Menschen fürchteten sich zu Tode.

Diese Länder haben Atomwaffen

Diese Länder haben Atomwaffen

Länder mit Atomwaffen
Wie viele atomare Sprengköpfe es weltweit gibt, ist nicht genau bekannt. Die Zahl atomarer Sprengköpfe liegt nach Angaben der Organisation Federation of American Scientists  bei mehr als 23 000. Der Großteil davon ist im Besitz Russlands und der USA . Laut FAS sind insgesamt rund 8000 Sprengköpfe einsatzbereit. © dpa
Länder mit Atomwaffen
Russland: Die Sowjetunion, der Vorgängerstaat des heutigen Russlands, entwickelte 1949 seine  erste Atomwaffe und führte über 700 Atomtests durch. Das Bild zeigt eine Atomrakete vom Typ SS27 Topol-M. © dpa
Länder mit Atomwaffen
Von den 14.000 russischen Sprengköpfen gelten 5162 als einsatzbereit und 3083 als strategisch. Letztere sind für den Einsatz in großer Entfernung vorgesehen und können nur von Interkontinentalraketen, Langstreckenbombern und U-Booten transportiert werden. © dpa
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USA : Die Vereinigten Staaten waren die erste Atommacht der Welt. Im August 1945 setzte die Regierung erstmals Atombomben gegen Japan ein. Das Bild zeigt einen B52-Bomber, der Atomwaffen transportieren kann. © dpa
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Laut FAS verfügen die USA über 5400 Sprengköpfe, von denen 4075 einsatzbereit und 3575 strategisch sein sollen. © dpa
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Frankreich: Atommacht seit 1960. Auf dem Bild ist ein atomgetriebenes U-Boot zu sehen, auf dem Atomraketen stationiert sind. © dpa
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Die FAS schätzt, dass Frankreich über 300 einsatzbereite atomare Sprengköpfe verfügt. © dpa
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China: Die Volksrepublik China zündete im Oktober 1964 eine erste Atombombe im Kernwaffentestgelände Lop Nor (Provinz Xinjiang). © dpa
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Laut FAS besitzt China 240 atomare Sprengköpfe. © dpa
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Großbritannien: Das Vereinigte Königreich zündete seine erste Atombombe im Jahr 1952 vor der Küste Australiens. © dpa
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Nach Schätzung der FAS besitzt Großbritannien 185 atomare Sprengköpfe. © dpa
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Israel: Experten schätzen, dass Israel seit etwa 1967 Atomwaffen besitzt. Offiziell räumte erst  Ministerpräsident Ehud Olmert im Jahr 2006 ein, dass sein Land Kernwaffen besitze. © dpa
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Die FAS schätzt, dass Israel über 80 Atomwaffen vefügt. © dpa
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Indien: Das Land ist seit Mai 1974 im Besitz von Atomwaffen. Indien startete sein Atomwaffenprogramm nach dem ersten Grenzkrieg mit China im Jahr 1962 und als Reaktion auf erfolgreiche chinesische Atomtests 1964. © dpa
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Laut FAS besitzt Indien 50 Atomwaffen. © dpa
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Pakistan: Das Land hat im Mai 1998 als Reaktion auf entsprechende indische Versuche erstmals Atomwaffen getestet. © dpa
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Die FAS schätzt, dass das pakistanische Militär über 60 Atomwaffen verfügt. © dpa
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Die Internationale Gemeinschaft befürchtet, dass ein Konflikt zwischen den Nachbarländern Indien und Pakistan (führten 1947, 1965 und 1971 Krieg) zu einem Atomkrieg eskalieren könnte. © dpa
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Nordkorea: Der zweite nordkoreanische Atombombentest am 25. Mai 2009 hat die internationale Gemeinschaft in helle Aufregung versetzt. Noch am selben Tag berichteten südkoreanische Medien von Raketenstarts. In der Mitte des Bildes ist der nordkoreanische Diktator Kim Jong Il zu sehen. © dpa
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Im Februar 2005 erklärte Nordkorea, Atomwaffen zu besitzen. Am 9. Oktober 2006 zündete das Land nach eigenen Angaben zum ersten Mal eine Kernwaffe. © dpa
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Allgemein wird vermutet, dass Nordkorea im Atomreaktor Yongbyon (Bild) atomwaffentaugliches Plutonium aus gebrauchten Kernbrennstäben bezieht. © dpa
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Laut FAS besitzt Nordkorea bereits bis zu 10 Atomwaffen. © dpa
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Iran: Der Iran wird verdächtigt, an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Das Bild zeigt den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad bei einer Militärparade. © dpa
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Ungeachtet aller internationaler Warnungen hat der Iran im Mai 2009 eine neue Rakete mit einer Reichweite von rund 2.000 Kilometern getestet - diese könnte Israel und amerikanische Stützpunkte erreichen. So wollen unter anderem vor allem Israel und die USA verhindern, dass der Iran in den Besitz von Atomwaffen gelangt. © dpa

Mindestens 50 Granaten seien auf der wenige Kilometer von der umstrittenen Seegrenze entfernten Insel eingeschlagen, hieß es aus Militärkreisen. Zahlreiche Granaten gingen demnach auch auf südkoreanischer Seite der Seegrenze im Gelben Meer nieder.

Zum Zeitpunkt des Beschusses hatte die südkoreanische Marine ein Manöver vor der Westküste abgehalten. Nordkorea hatte dagegen heftig protestiert.

In der Vergangenheit ist es an der umstrittenen Seegrenze wiederholt zu militärischen Zwischenfällen gekommen. Zivile Einrichtungen seien aber seines Wissens seit dem Krieg noch nicht beschossen worden, sagte ein Militär aus dem Generalstab der Nachrichtenagentur dpa.

“Der rücksichtslose Beschuss von Zivilisten kann niemals toleriert werden“, sagte ein Sprecher des südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak. Der Staatschef hielt mit seinem Stab eine Dringlichkeitssitzung in einem unterirdischen Bunker ab. Nach Angaben eines Sprechers wies er an, resolute Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Eine weitere Eskalation müsse aber vermieden werden.

Das Verteidigungsministerium in Seoul teilte mit, Nordkorea habe am frühen Nachmittag (Ortszeit) begonnen, Dutzende von Artilleriegranaten über dem Gelben Meer Richtung Südkorea abzufeuern. Über 100 Granaten seien abgefeuert worden.

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel war bereits vor dem neuerlichen Zwischenfall äußerst angespannt. Südkorea macht Nordkorea für die Versenkung eines seiner Kriegsschiffe im Gelben Meer verantwortlich. Bei dem Vorfall im März wurden 46 Soldaten getötet. Nordkorea bestreitet eine Verwicklung.

dpa/dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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