Kämpfe dauern an

Syriens Armee sagt Ja zu Waffenruhe

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UN-Vermittler Lakhdar Brahimi.

Beirut - In Syrien sollen zum islamischen Opferfest die Waffen schweigen. Doch bis zuletzt wird gekämpft. Nach langer Überlegung stimmt die syrische Armee dem Vorschlag des UN-Vermittlers zu - mit Ausnahmen.

Zum wichtigsten islamischen Fest sollen in Syrien die Waffen von diesem Freitag an vier Tage lang schweigen. Die syrische Armee stimmte am Donnerstag der von UN-Sicherheitsrat unterstützten Waffenruhe zu. Sie soll am Freitagmorgen mit Beginn des Opferfestes Eid al-Adha in Kraft treten.

Die bewaffnete Opposition hatte sich bereits zuvor mit dem Vorschlag des UN-Vermittlers Lakhdar Brahimi einverstanden erklärt, über die Feiertage das Töten einzustellen. Beobachter sind allerdings skeptisch, ob die Feuerpause auch tatsächlich Bestand hat.

Nach langem Zögern teilte die syrische Armeeführung am Donnerstagabend in einer vom Staatsfernsehen übertragenen Erklärung mit, sie werde die Waffenruhe mittragen. Einschränkend fügte sie aber hinzu, man wolle auf Verstöße gegen die Feuerpause reagieren können. Als weitere Gründe zum militärischen Einschreiten nannte die Armee Aktivitäten von „Terroristen“, die die Lage ausnutzten, um sich Waffen zu beschaffen. Auch falls Kämpfer aus Nachbarländern über die Grenze nach Syrien kommen sollten, müsse die Armee eingreifen.

Die oppositionelle Freie Syrische Armee sagte zu, sich an die Waffenruhe zu halten. Allerdings gelte das nur dann, wenn sich auch das Regime von Baschar al-Assad mit Militärmaßnahmen zurückhalte, sagte der Rebellen-Oberst Kasim Saad Eddine.

Unterstützung des Weltsicherheitsrats

UN-Vermittler Brahimi hofft, dass das vorläufige Ende der Gefechte den Beginn einer politischen Lösung markieren wird. Unterstützt wird er in seiner Initiative vom Weltsicherheitsrat. „Die Mitglieder des Sicherheitsrat rufen alle Beteiligten - besonders die syrische Regierung als die stärkere Seite - dazu auf, positiv auf die Initiative des Sondervermittlers zu reagieren“, hieß es in einer am Mittwoch (Ortszeit) in New York veröffentlichten Erklärung.

Radikale Islamisten halten jedoch wenig von der Initiative. Die Terrorgruppe Al-Nusra-Front hat bereits angekündigt, dass für sie eine Vereinbarung mit dem Assad-Regime nicht gelte. Die Gruppe hatte sich bereits mehrmals zu Bombenanschlägen bekannt.

Kurz vor der geplanten Waffenruhe lieferten sich Regierungstruppen und Rebellen heftige Gefechte. Aktivisten meldeten mehr als 100 Tote. Sowohl die staatliche Nachrichtenagentur Sana als auch Oppositionelle berichteten über Kämpfe im Großraum Damaskus, in Aleppo und Idlib.

Im Umland von Damaskus wurde die Leiche eines Priesters gefunden, der sechs Tage zuvor von Unbekannten entführt worden war. Regimegegner und Anhänger von Assad gaben der jeweils anderen Seite die Schuld am Tod des griechisch-orthodoxen Priesters Fadi al-Haddad von der St.-Elias-Gemeinde in Katana. Angehörige der christlichen Minderheit in Syrien geraten im Bürgerkrieg zunehmend zwischen die Fronten. Meldungen aus Syrien sind wegen der Medienblockade von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen.

dpa

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