Laut Geheimdienst-Angaben

Taliban-Vizechef bei US-Drohnenangriff getötet

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Wurde offenbar bei einem US-Drohnenangriff in Pakistan getötet: Taliban-Vizechef Wali ur Rehman.

Islamabad - Bei einem US-Drohnenangriff im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan ist nach Angaben aus Geheimdienstkreisen der Vizechef der pakistanischen Taliban (TTP) getötet worden.

Wali ur Rehman sei unter den sechs Extremisten, die bei dem Raketenbeschuss am Mittwoch im Stammesgebiet Nord-Waziristan ums Leben gekommen seien, sagte ein pakistanischer Geheimdienstmitarbeiter, der anonym bleiben wollte.

Rehman war der Stellvertreter von Hakimullah Mehsud, der die Tehrik-e-Taliban Pakistan kommandiert, und führte die TTP-Operationen in der Extremistenhochburg Süd-Waziristan. Auf Rehman hatten die USA ein Kopfgeld von fünf Millionen US-Dollar ausgesetzt.

Terrorlager in Pakistan

Die Spuren des internationalen Terrorismus weisen seit Jahren auch nach Pakistan. © dpa
Im unwegsamen Grenzgebiet zu Afghanistan gibt es nach Erkenntnissen der Geheimdienste zahlreiche Ausbildungslager für islamistische Kämpfer. © dpa
Die meisten werden in der halbautonomen Stammesregion Waziristan vermutet (siehe Karte). © dpa
Auch hunderte Islamisten aus westlichen Ländern wurden in dem bergigen Gebiet ausgebildet. © dpa
Entlang der Grenzregion sollen sich zudem hochrangige Mitglieder des Terrornetzwerks Al-Kaida, darunter Osama bin Laden, bewegen. © dpa
In den mobilen Camps lernen die “Terror-Lehrlinge“ den Umgang mit leichten Waffen,... © dpa
...aber auch mit Maschinengewehren und Panzerfäusten. © dpa
Auch das Herstellen von Sprengstoff ist Teil der Ausbildung. © dpa
Die Trainer sind nach Einschätzung von Experten erfahrene Kämpfer, viele wurden in den 80er Jahren von den pakistanischen und amerikanischen Geheimdiensten ausgebildet - für den Kampf gegen die Sowjettruppen in Afghanistan. © dpa
Ihr Wissen geben sie nun an Jüngere weiter. © dpa
Auf Druck der USA ist die pakistanische Regierung in den vergangenen Jahren verstärkt militärisch gegen die Extremisten in Waziristan vorgegangen. © dpa

Angaben über getötete Taliban- oder Al-Kaida-Anführer haben sich in der Vergangenheit mehrfach als falsch herausgestellt. Die TTP äußerte sich zunächst nicht. Die pakistanische Regierung verurteilte den amerikanischen Drohnenangriff erneut als kontraproduktiv und als Verstoß gegen internationales Recht.

Pakistan protestiert seit langem gegen den Einsatz von US-Kampfdrohnen im Grenzgebiet zu Afghanistan. Die USA ignorieren das. US-Präsident Barack Obama hat vergangene Woche angekündigt, den umstrittenen Einsatz bewaffneter Drohnen gegen mutmaßliche Terroristen strenger zu regeln. Der Einsatz soll aber weiterhin möglich sein.

dpa

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