Festnahme von Kreml-Kritikern: Vorwürfe gegen Polizei

Moskau - Nach der Festnahme Hunderter Kreml-Kritiker bei den größten Anti-Regierungsdemonstrationen seit Jahren in Russland hat die Opposition schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben.

„Entgegen unserer Gesetze darf kein Anwalt die Festgenommenen sehen“, sagte der Kreml-Kritiker und frühere Vize-Regierungschef Boris Nemzow am Dienstag der Agentur Interfax.

Am Vorabend hatten mehr als 6000 Menschen in Moskau gegen die von Fälschungsvorwürfen überschattete Parlamentswahl protestiert. Dabei wurden mindestens 300 Menschen festgenommen, die im Anschluss zu Protesten vor das Gebäude der Zentralen Wahlkommission ziehen wollten.

Protestaktion vor dem Kreml gegen Putin

Protestaktion vor dem Kreml gegen Putin

Unter den Festgenommenen seien auch der bekannte Blogger Alexej Nawalny und der nicht zur Wahl zugelassene Oppositionspolitiker Ilja Jaschin, bestätigten die Behörden. Internationale Beobachter hatten die Abstimmung, bei der der Regierungspartei von Ministerpräsident Wladimir Putin der Sieg zugesprochen worden war, als unfair kritisiert.

Den Festgenommenen drohen wegen angeblichen Widerstandes gegen die Polizei 15 Tage Arrest. Vor der Polizeistation, in der sie festgehalten wurden, versammelten sich Verwandte und Freunde, sagte der Regierungsgegner Pjotr Schkumatow der Agentur Interfax. In St. Petersburg wurden bei Protesten mindestens 150 Regierungsgegner festgenommen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte die sofortige Freilassung der Kremlkritiker.

dpa

Rubriklistenbild: © dapd

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