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Todesstrafe droht: Irak verbietet Kontakt zu Israelis

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Kundgebung in Bagdad
Anhänger des schiitischen Geistlichen al-Sadr nehmen an einer Kundgebung auf dem Tahrir-Platz teil. © Ameer Al-Mohammedawi/dpa

Der Irak verbietet jegliche Verbindungen zu Israel und seinen Bürgern. Eine „Normalisierung“ der Beziehungen ist nicht in Sicht.

Bagdad - Selbst ein Chat mit israelischen Freunden oder Verwandten kann für Menschen im Irak künftig mit der Todesstrafe enden: Das irakische Parlament hat am Donnerstag ein entsprechendes Gesetz beschlossen.

Alle anwesenden Abgeordneten stimmten dem Gesetzesentwurf gegen eine „Normalisierung“ der Beziehungen mit Israel zu, wie die Staatsagentur INA berichtete. Jegliche Verbindungen zu dem Land und seinen Menschen sind demnach verboten und können mit lebenslanger Haft oder gar dem Tod bestraft werden.

Das Gesetz gilt nicht nur für Iraker im In- und Ausland. Auch ausländische Institutionen, Firmen und Privatpersonen, die im Irak tätig sind, können für jeglichen Kontakt zu Israelis bestraft werden.

Vergebliche Forderung nach besseren Beziehungen

Der einflussreiche schiitische Geistlichen Muktada al-Sadr rief seine Anhänger nach der Abstimmung auf, auf den Straßen des Landes zu feiern. Der Block von Al-Sadr hatte bei der Parlamentswahl im Oktober die meisten Sitze gewonnen. Medienberichten zufolge war es auch sein Block, der den Gesetzentwurf ins Parlament eingebracht hatte.

Antisemitismus ist im Irak stark verbreitet. Nur noch eine Handvoll Juden lebt heute in dem Land. Die große Mehrheit verließ den Irak nach der Gründung Israels.

Im vergangenen Herbst hatten 300 Menschen aus dem Irak bei einer Konferenz in den kurdischen Autonomiegebieten eine Normalisierung der Beziehungen zu Israel gefordert. Die Regierung ging danach gegen etliche Teilnehmer juristisch vor. Zuvor hatten die Vereinigten Arabischen Emirate sowie Bahrain diplomatische Verbindungen zu Israel aufgenommen. Auch Marokko und der Sudan kündigten danach an, ihre Beziehungen zu Israel zu normalisieren. dpa

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