Trauerfeier für Absturzopfer begonnen

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Bronislaw Komorowski (r.) bei seiner Rede während der Trauerfeier.

Warschau - Polen nimmt Abschied von seinem Präsidenten Lech Kaczynski, dessen Frau Maria und den anderen Opfern der tragischen Flugzeugkatastrophe.

Auf dem Pilsudski-Platz im Zentrum von Warschau erhoben sich am Samstag zum Geläut der Kirchenglocken zehntausende Menschen von ihren Plätzen und blieben zwei Minuten schweigend stehen. Danach ertönte ein militärisches Trauerlied. Die Namen aller 96 Opfer wurden vorgelesen.

Polen: Trauer um Opfer des Flugzeugabsturzes

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Vor dem Altar mit einem großen weißen Kreuz versammelten sich die Trauernden, darunter die Tochter des Präsidentenpaars Marta, Ministerpräsident Donald Tusk und der Bruder von Lech Kaczynski, Jaroslaw.

Parlamentschef Bronislaw Komorowski, das amtierende Staatsoberhaupt, appellierte an seine Landsleute, in diesen schweren Stunden zusammenzustehen. In den vergangenen Tagen sei das Land still und nachdenklich gewesen, sagte Komorowski. “Nur selten gibt es Augenblicke in der Geschichte einer Nation, in denen wir wissen und fühlen, dass wir wirklich zusammenstehen“, sprach er weiter. “Die Katastrophe bei Smolensk war ein solcher Augenblick.“

Polens First Lady Maria Kaczynska kehrt heim

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Am vergangenen Samstag war im russischen Smolensk die Maschine mit Präsident Kaczynski, seiner Frau Maria und 94 weiteren Politikern, Geistlichen, Militärs und Spitzenbeamten an Bord auf dem Weg zu Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Hinrichtungen in Katyn abgestürzt.

Komorowski bedankte sich bei Russland für die Anteilnahme. Er hoffe, dass das Unglück auch dazu beigetragen habe, in Russland die Bedeutung des Massakers von Katyn für Polen zu verdeutlichen. Komorowski war bereits vor dem Unfall als Kandidat der Regierungspartei Bürgerplattform PO aufgestellt worden. Am 20. Juni soll in Polen ein neues Staatsoberhaupt gewählt werden.

Trotz Ascheregen: Obama und Merkel nehmen teil

Zu dem Staatsakt haben sich etwa 80 Staatsoberhäupter und Regierungschefs aus aller Welt angekündigt, darunter auch US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Allerdings führte das Flugverbot über weiten Teilen Europas zu ersten Absagen. Entschuldigt hätten sich bislang Vertreter von acht Staaten, teilte das polnische Außenministerium mit. Darunter seien der Präsident von Mazedonien, Djordje Ivanov, und der südkoreanische Regierungschef Chung Unchan. Der Luftraum über Polen ist seit Freitag vollständig gesperrt.

dpa

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