Trittin: Deutsche AKW nicht nachrüstbar

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Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin kritisiert die Reaktion der Bundesregierung auf das Atomunglück in Japan.

Berlin - Jürgen Trittin hat die Ankündigung der Bundesregierung kritisiert, nach dem Atomunfall in Japan die Sicherheit deutscher Atomkraftwerke zu überprüfen. Was er stattdessen fordert:

 “Es ist eine zweideutige Botschaft, auf der einen Seite zu behaupten, deutsche Anlagen seien sicher, auf der anderen Seite eine Überprüfung anzukündigen, wie es die Kanzlerin tat“, sagte der Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin am Sonntag in Berlin.

“Kein Reaktor der Welt, auch keiner in Deutschland, ist für den Fall einer Kernschmelze ausgelegt“, betonte Trittin, der erneut einen raschen Atomausstieg forderte. Eine Kernschmelze sei kein erdbebentypisches Risiko, sondern drohe immer dann, wenn die Notkühlung etwa durch Stromausfälle nicht funktioniere. Ursache für solche Stromausfälle könnten neben Erdbeben auch Störungen an den Notstromaggregaten, ein Flugzeugabsturz oder ein Terrorangriff sein. “Eine Nachrüstung ist nicht vorstellbar.“

“Deutschland hat den drittältesten Atomkraftwerkspark der Welt“, sagte er weiter. “Es war falsch von der Bundesregierung, ausgerechnet die Laufzeiten von Anlagen zu verlängern, die für den Fall einer Kernschmelze am schlechtesten ausgerüstet sind.“

dpa

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