Trotz Kruzifix-Äußerung: Wulff schwärmt von Özkan

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Aygül Özkan

Berlin - Trotz der umstrittenen Kruzifix-Äußerung hat sich Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) kurz vor der geplanten Vereidigung der ersten muslimischen Ministerin Deutschlands hinter Aygül Özkan gestellt.

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Die in Deutschland geborene CDU-Politikerin mit türkischen Eltern hatte mit einem Plädoyer gegen Kreuze in Schulen Wirbel ausgelöst, dies nach heftiger Kritik am Montag in der CDU- Landtagsfraktion aber bedauert. Wulff sagte im ARD-“Morgenmagazin“, er kenne von der künftigen Sozialministerin 99 Prozent tolle Äußerungen und 1 Prozent provokative. “Sie hat so viel Kluges gesagt, dass wir glauben, sie wird ein großes Vorbild werden.“ Zugleich bekräftigte Wulff die Kritik an Özkans Äußerung zu den Kruzifixen, die Debatte sei aber beendet. Sie habe akzeptiert, dass es trotz der Trennung von Staat und Kirche in Niedersachsen ein gutes Miteinander beider Institutionen gebe “und wir deswegen Kreuze in den Schulen begrüßen“.

Das habe sie vorher “nicht ausreichend berücksichtigt“. Wer einen Verzicht auf Özkans Ernennung verlange, brauche offenkundig länger zu begreifen, dass es in 20 Jahren ein völlig normaler Vorgang sein werde, dass Migranten auch Ministerämter besetzten. Özkans Ernennung sei deshalb “ein wichtiges Signal“. Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat (SPD), sprach von einer unnötigen Diskussion in der CDU. “Ich denke, sie hat gesagt, was das Bundesverfassungsgericht im Jahre 1995 gesagt hat, dass der Staat in dieser Frage neutral bleiben muss. Wenn sich Politiker in unserem Land gegen das Grundgesetz stellen, ist das merkwürdig. Das kann ich nicht nachvollziehen.“ Er teile Özkans Meinung “voll und ganz“, dass sowohl Kruzifixe als auch Kopftücher aus denn Klassenzimmern verbannt werden sollten.

dpa

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