Türkei droht Israel mit Abbruch der Beziehungen

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Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu droht Israel mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen.

Ankara - Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu hat Israel mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen gedroht.

Wie zwei türkische Zeitungen am Montag berichteten, fordert Davutoglu eine Entschuldigung Israels für die Kommandoaktion gegen die Gaza-Hilfsflotte Ende Mai oder die Zustimmung zu einer internationalen Untersuchung. Bei dem Militäreinsatz waren neun Türken ums Leben gekommen. Die von den Zeitungen “Hürriyet“ und “Zaman“ wiedergegebene Äußerung Davutoglus ist die bislang deutlichste von einem hochrangigen türkischen Politiker, dass Ankara die Beziehungen auf Eis legen könnte. Die Türkei hat aus Protest über den Angriff auf die Hilfsflotte bereits ihren Botschafter abberufen und gemeinsame Militärübungen abgesagt.

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In der Türkei entspann sich am Montag allerdings eine Diskussion, ob Davutoglu richtig wiedergegeben wurde. Ein Regierungsvertreter erklärte, der Außenminister habe gesagt, die Beziehungen zu Israel würden sich nicht verbessern, so lange sich dieses nicht entschuldige oder eine internationale Untersuchung akzeptiere. Die Journalisten hatten von dem Gespräch keine Aufnahme gemacht. Die Regierung lehnt eine Veröffentlichung ihrer Aufnahmen ohne Angabe von Gründen ab. Der Nachrichtenagentur AP teilte das Büro Davutoglus lediglich mit, der Außenminister habe die türkischen Bedingungen für eine Verbesserung der Beziehungen dem israelischen Industrieminister Binjamin Ben Elieser dargelegt. Beide waren vergangene Woche zu einem Geheimtreffen in Brüssel zusammengekommen.

Lieberman sieht “falsche Politik“ der Türkei

Israels Außenminister Avigdor Lieberman erklärte, sein Land habe nicht die Absicht, sich bei der Türkei zu entschuldigen. Es habe “einen dramatischen Wandel in der türkischen Politik“ gegeben, hieß es in einer Pressemitteilung seines Ministeriums. So habe die Türkei bereits im vergangenen Monat gegen eine US-Resolution für neue Iran-Sanktionen im UN-Sicherheitsrat gestimmt. “Wir glauben, diese Position ist falsch“, betonte Lieberman. Israel beharrt darauf, dass sich seine Soldaten bei der Aktion nur gegen pro-palästinensische Aktivisten verteidigt hätten. Forderungen nach einer unabhängigen internationalen Untersuchung der Militäraktion wies Jerusalem zurück, stattdessen wurde eine Untersuchungskommission unter israelischem Vorsitz eingerichtet, der allerdings zwei ausländische Beobachter angehören.

apn

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