Terrormiliz weitet Aktivitäten aus

Drohungen gegen Erdogan - Mutmaßliches IS-Video aus Türkei aufgetaucht 

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Nach Istanbul-Wahl - Erdogan

Seit April gibt es Hinweise darauf, dass der IS seine Aktivitäten in der Türkei ausweiten. Nun tauchte ein Video auf, in dem sie Erdogan bedrohen.

Istanbul - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ein mutmaßlich erstes Video aus der „Provinz“ Türkei veröffentlicht. Das fünf Minuten lange Video war am Mittwochabend über die üblichen Kanäle im Internet bei „Nashir News“ aufgetaucht, einem Sprachrohr der Terrormiliz. Darin sind vermummte Männer mit Waffen zu sehen, die IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi die Treue schwören. Der Sprecher bedroht Präsident Recep Tayyip Erdogan und nennt ihn einen „Tyrannen“. Der Kampf werde weitergehen, „bis Allahs Glaube die gesamte Welt beherrscht“, sagt einer der Männer. Er spricht Türkisch mit einem Akzent, der auf kurdische oder arabische Wurzeln hindeuten könnte.

Terrormiliz weitet ihre Aktivitäten in der Türkei aus

Hinweise darauf, dass die Terrormiliz ihre Aktivitäten in der Türkei ausweiten könnte, gab es schon im April, als ein Propagandavideo mit IS-Anführer Al-Bagdadi veröffentlicht wurde. Zum Ende des Videos überreichen ihm Männer mehrere schmale Hefter, bei denen es sich um „Monatsberichte“ aus „Provinzen“ handeln soll. Darunter war der Aufschrift zufolge auch einer aus der Türkei.

Seit 2015 gab es in der Türkei mehrere Anschläge, die dem IS zugeschrieben werden. Der schwerste war ein Attentat auf den Nachtclub Reina in Istanbul in der Silvesternacht 2016/2017 mit 39 Toten. Seither gibt es immer wieder Meldungen über Festnahmen.

Türkei hat mehrere mutmaßliche IS-Mitglieder festgenommen

Im April zum Beispiel sollen Sicherheitskräfte 135 mutmaßliche IS-Mitglieder festgenommen haben. Unter ihnen seien auch Ausländer gewesen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Vergleiche zur Zahl der Festnahmen in anderen Monaten bot Anadolu nicht an. Mitunter handelt es sich Berichten zufolge um Männer, die in Syrien und im Irak für den IS gekämpft haben sollen und illegal über die Grenzen mit der Türkei eingereist sind.

dpa

Präsident Erdogan bestätigte, dass die Türkei das russische Raketenabwehrsystem S-400 nutzen wird. Das Waffensystem wird bereits in Russland verladen und sorgt international für Kritik. 

Auch innenpolitisch läuft es für Erdogan derzeit nicht rund: Nach der Wahlniederlage bei den Bürgermeisterwahlen in Istanbul haben erste hochrangige AKP-Politiker angekündigt, die Partei verlassen zu wollen.

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