Türkei erwägt Öffnung von Taliban-Büro

Ankara - Die Türkei hat am Montag ihre Bereitschaft erklärt, ein politisches Büro der aufständischen Taliban im eigenen Land anzusiedeln. Was damit bezweckt werden soll.

Ziel sei es, Gespräche zwischen den Konfliktparteien in Afghanistan voranzutreiben und letztlich die Kämpfe zu einem Ende zu bringen. Nach inoffiziellen Angaben aus dem türkischen Außenministerium gebe es allerdings noch keinen formellen Antrag, ein Taliban-Büro in der Türkei zu eröffnen oder bei Friedensgesprächen zu vermitteln. Wenn es soweit sei, würde man die Möglichkeiten abwägen.

Ein Mitglied des afghanischen Friedensrats, Arsala Rahmani, sagte, die Türkei habe bereits mit der Planung für ein solches Büro begonnen. Der Friedensratsvorsitzende Burhanuddin Rabbani habe das Thema bei einem Besuch in der Türkei im vergangenen Monat erörtert. Die Türkei stellt Truppen für den Einsatz der NATO in Afghanistan zur Verfügung - allerdings nicht im Kampfeinsatz.

Das sind die Taliban

Das sind die Taliban

Als stärkstes muslimisches Mitglied der NATO und Regionalmacht will die Türkei eine politische Lösung in dem festgefahrenen Konflikt vermitteln. Hardliner der Taliban verweigern bisher die Zusammenarbeit mit der afghanischen Regierung, solange ausländische Soldaten im Land sind. Der pakistanische Präsident Asif Ali Zardari wurde am Montagabend in der Türkei erwartet. Auch bei seinen Gesprächen dürften die Taliban ein wichtiges Thema sein. Die pakistanische Grenzregion dient den Aufständischen als Zufluchtsort, Teile des pakistanischen Sicherheitsapparats sollen zudem enge Verbindungen zu den Taliban pflegen.

dapd

Meistgelesen

Die Vereidigung von Bundespräsident Steinmeier im Ticker zum Nachlesen
Die Vereidigung von Bundespräsident Steinmeier im Ticker zum Nachlesen
Kabinett will verurteilte Homosexuelle rehabilitieren
Kabinett will verurteilte Homosexuelle rehabilitieren
Angela Merkel: So stehen ihre Chancen, Kanzlerin zu bleiben
Angela Merkel: So stehen ihre Chancen, Kanzlerin zu bleiben
EU: Juncker fordert „große Dinge“ statt „Kleinklein“
EU: Juncker fordert „große Dinge“ statt „Kleinklein“

Kommentare