Überlastung bei Demo-Einsatz

Türkische Polizisten begehen Selbstmord

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Die Polizisten in Istanbul sind ü berlastet.

Istanbul - Die türkische Polizeigewerkschaft hat die Einsatzbedingungen bei den seit Tagen andauernden Protesten gegen die Regierung kritisiert und eine Überlastung der Beamten beklagt.

Sechs Polizisten hätten bereits Selbstmord begangen, zitierten türkische Medien am Sonntag Faruk Sezer, den Vorsitzenden der Gewerkschaft Emniyet-Sen. Die Beamte seien zu 120 Stunden langen Dauereinsätzen auf den Straßen gezwungen worden.

Die Gewalt gegen Demonstranten resultiere auch aus der Gewalt, die die Polizisten selbst erfahren, sagte Sezer. Seine Gewerkschaft sammle Material, um Gerichtsverfahren gegen den Dienstherrn anzustoßen. Wegen der unverhältnismäßig brutalen Einsätze gegen Demonstranten ist die türkische Regierung international kritisiert worden.

Emniyet-Sen war im vergangenen Jahr gegen den Widerstand der Polizeiführung gegründet worden und hat nach eigenen Angaben vom April dieses Jahres mehr als 7000 Mitglieder.

Erdogan bleibt unnachgiebig

Trotz der seit zehn Tagen währenden Massenproteste in der Türkei zeigt sich Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan unnachgiebig. Am Sonntag bezeichnete er seine Gegner als „Plünderer“. Die Proteste seien von Kräften organisiert, die den Fortschritt der Türkei aufhalten wollten, sagte der Regierungschef in der Stadt Adana. Gleichzeitig beschwor er seine Anhänger, keine Gewalt anzuwenden.

In Adana hatte es am Samstagabend Zusammenstöße von Regierungsgegnern und -anhängern gegeben. Seit Ausbruch der Unruhen in zahlreichen türkischen Städten am 31. Mai sind insgesamt drei Menschen ums Leben gekommen, darunter ein Polizist.

dpa/AP

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