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Riesen-Ukraine-Demo in Berlin: Natalia Klitschko äußert sich emotional - „Furchtbar, was passiert“

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Von: Andreas Schmid

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Tausende Zuschauer haben sich bei der Solidaritätskundgebung „Sound of Peace“ am Brandenburger Tor versammelt.
Tausende Zuschauer haben sich bei der Solidaritätskundgebung „Sound of Peace“ am Brandenburger Tor versammelt. Auf der Bühne traten zahlreiche bekannte Künstler auf und demonstrieren ihre Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine. © Joerg Carstensen/dpa

Mit „Europas größter musikalische Kundgebung“ setzten in Berlin Musiker ein Zeichen gegen den Ukraine-Krieg. Auch Natalia Klitschko spricht.

Berlin - Erneut haben Tausende von Menschen in mehreren deutschen Städten am Sonntag gegen den Ukraine-Krieg* protestiert. Mit einer großen Solidaritätskundgebung vor dem Brandenburger Tor in Berlin signalisierten Kulturschaffende ihre Unterstützung für die Ukraine. Die Friedensaktion „Sound of Peace“ (Klang des Friedens) sollte nach Einschätzung der Veranstalter „Europas größte musikalische Kundgebung“ gegen den Krieg werden.

Ukraine-Krieg: Maffay, Silbermond, Westernhagen - „Freiheit, ist die einzige, die fehlt“

Nach Angaben der Polizei waren am frühen Abend geschätzt 15.000 Menschen zu der musikalischen Aktion gekommen, dazu rund 900 Einsatzkräfte. Auf der Bühne standen unter anderem David Garrett, Peter Maffay, Revolverheld, Sarah Connor, Silbermond oder Marius Müller-Westernhagen.

Westernhagen spielte gegen 20.30 Uhr seinen Hit Freiheit. Der vor mehr als 30 Jahren veröffentlichte Song, der bereits zu einer Hymne der Wiedervereinigung avancierte, sorgte auch im Jahr 2022 für Emotionen. Lichtenhagen dichtete den Song etwas um. Im Original heißt es „Freheit, ist das einzige, das zählt“. In Berlin sang der Musiker aus Düsseldorf phasenweise: „Freiheit, ist die einzige, die fehlt.“ Der Sänger Clueso holte eine Ukrainerin auf die Bühne, die nach seinen Angaben aktuell bei ihm zu Hause lebt. Die beiden sangen zusammen ein gemeinsames Lied.

Ukraine-Krieg: Natalia Klitschko am Brandenburger Tor - „nur zusammen schaffen wir Frieden“

Mit in Berlin dabei war auch Natalia Klitschko, Frau des Bürgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko. „Es ist wichtig, die Massen zu sehen, die hier zusammenkommen. Es ist wichtig zu sehen, dass die ganze Welt für die Ukraine steht“, sagte Klitschko.

Es gehe darum, den Krieg in ihrem Land so schnell wie möglich zu beenden. „Mit Zusammenhalt, wenn wir alle aufstehen, werden wir das erreichen.“ Die Ukraine kämpfe derzeit für alle Menschen, „für Frieden in der ganzen Welt“, sagte Klitschko. „Nur zusammen schaffen wir Frieden“, sagte sie auf der Bühne mit Dank an die Tausenden Menschen auf der Straße des 17. Juni. Anschließend kündigte Klitschko ein „neues Lied für mein Land“ an und sang den Song „Better Days“.

„Was meinem Land jetzt passiert ist furchtbar“, sagte die Bürgermeister-Gattin am Rande der Demo.

Natalia Klitschko am Sonntag bei der Friedenskundgebung Sound of Peace in Berlin.
Natalia Klitschko am Sonntag bei der Friedenskundgebung Sound of Peace in Berlin. © Daniel Lakomski/Imago

Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne), früher selbst Band-Managerin, sagte: „Die Musik überwindet alle Grenzen, bringt Menschen zusammen - Musik gibt Hoffnung, gibt Kraft gegen denjenigen, die Hass und Gewalt und Mord und Tod mit sich bringen.“ Wichtig sei, dass auch russische Künstlerinnen und Künstler dabei seien. „Es wäre verheerend, wenn wir jetzt in einen Kulturboykott geraten würden“, betonte Roth.

Ukraine-Krieg: Musikalischer Protest auch in Wien - mehr als 10 Millionen Euro in Berlin gespendet

In Österreich gab es eine ähnliche Aktion. Bei einem großen Benefizkonzert in Wien spielten am Samstag vor mehr als 40.000 Zuschauern im Ernst-Happel-Stadion Dutzende Musiker gratis, darunter Bilderbuch und Wanda. Der österreichische Präsident Alexander Van der Bellen dankte für die Hilfsbereitschaft aller. „Wir setzen gemeinsam ein starkes Zeichen für den Frieden“, sagte er in einer Rede. Er richtete sich auch direkt an Wladimir Putin*: „Präsident Putin, stoppen Sie diesen Krieg!“

Allein durch den Verkauf der Tickets zum symbolischen Preis 19,91 Euro - 1991 war die Ukraine unabhängig geworden - kamen gut 810.000 Euro zusammen. In Deutschland wurden bis 22 Uhr laut Angaben des übertragenden Fernsehsenders ProSieben mehr als zehn Millionen Euro an Spenden erreicht. „Sound of Peace“ wird unterstützt von der Aktion „Deutschland hilft“. (as/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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