Umfrage: Mehrheit für Neuwahlen in Schleswig-Holstein

Wenn der Ministerpräsident direkt gewählt werden könnte, läge Regierungschef Carstensen weit vor Stegner.
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Wenn der Ministerpräsident direkt gewählt werden könnte, läge Regierungschef Carstensen weit vor Stegner.

Kiel - Nach dem Scheitern der großen Koalition im Norden spricht sich mehr als die Hälfte der Schleswig-Holsteiner für Neuwahlen aus.

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Würde an diesem Sonntag gewählt, gäbe es eine Mehrheit für eine CDU/FDP-Koalition. Dies erbrachte eine repräsentative Blitz-Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des NDR. Die CDU bekäme 36 Prozent, 4,2 Prozentpunkte weniger als zur Landtagswahl 2005. Die SPD rutscht von 38,7 auf 24 Prozent ab. Die FDP erhielte 15 (plus 8,4), die Grünen 14 Prozent (plus 7,8). Das Ende der Koalition haben aus Sicht von 55 Prozent der Befragten Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) und SPD-Landeschef Ralf Stegner gemeinsam zu verantworten.

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CDU in Schleswig-Holstein will Neuwahlen

Für die Umfrage hat Infratest dimap am Donnerstag und Freitag, also unmittelbar nach Aufkündigung der Koalition durch die CDU, 1007 Wahlberechtigte befragt. Die Partei Die Linke steht bei 5 Prozent. Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW), für den die Fünf-Prozent- Hürde nicht gilt, käme auf 3 Prozent.

Wenn der Ministerpräsident direkt gewählt werden könnte, läge Regierungschef Carstensen weit vor Stegner. 51 Prozent der Befragten würden sich für Carstensen entscheiden, 19 Prozent für Stegner. Für Neuwahlen sind 56 Prozent, noch im Mai waren es nur 24 Prozent.

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hatte für die “Lübecker Nachrichten“ (Samstag) ebenso wie das Psephos-Institut für das “Hamburger Abendblatt“ (Samstag) ähnliche Trends ermittelt. Laut Forsa sprechen sich sogar drei Viertel der Befragten für Neuwahlen im September aus.

Der FDP-Landesvorsitzende Jürgen Koppelin plädierte für ein schwarz-gelbes Bündnis. “Die CDU ist zwar als Braut durch die große Koalition nicht schöner geworden“, sagte er der “Berliner Zeitung“ (Samstag). “Aber wir wollen den Politikwechsel.“ Rechnerisch wäre nach den Infratest-Ergebnissen auch ein Bündnis aus CDU und Grünen möglich.

Die CDU hat sich allerdings sehr deutlich auf eine schwarz-gelbe Koalition festgelegt. Rein theoretisch würde es auch für eine “Ampel“ aus SPD, FDP und Grünen reichen. Die Befragten favorisieren mit 29 Prozent eine CDU/FDP-Koalition, nur 5 Prozent eine Neuauflage von Schwarz-Rot. 16 Prozent sind für Rot- Grün. (Achtung: Weitere Zusammenfassung bis 1530 - ca. 45 Zeilen.) [NDR-Landesfunkhaus Schleswig-Holstein]: dpa ws yyno z2 mi

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