Ungarn: Kamerafrau bedauert Tritte gegen Flüchtlingskinder

+
Eine Kamerafrau des ungarischen Senders N1TV stellt in Röszke einem Flüchtling, der ein kleines Kind auf dem Arm trägt, ein Bein. Foto: Stephan Richter/Mediengruppe RTL

Budapest (dpa) - Die ungarische Kamerafrau, die beim Filmen von Flüchtlingen im Süden Ungarns gegen Kinder getreten hatte, hat den Vorfall bedauert. Sie sei "keine herzlose, Kinder tretende Rassistin", schrieb die 40-Jährige an die konservative Tageszeitung "Magyar Nemzet". Worte der Entschuldigung fand sie allerdings nicht.

Als beim Grenzort Röszke die stundenlang wartenden Flüchtlinge ungeduldig wurden und den Polizeikordon durchbrachen, "bekam ich Angst, wie sie da so auf mich zuströmten", schrieb sie. "Ich geriet in Panik, ... als ob ich nicht ich selbst gewesen wäre."  

Der Vorfall am vergangenen Dienstag hatte weltweit für Empörung gesorgt. Von anderen Journalisten gedrehte Videos zeigten, wie die Kamerafrau einem Flüchtling mit einem Kind im Arm ein Bein stellte, worauf dieser samt Kind zu Boden fiel. Weiter war zu sehen, wie sie einem kleinen Mädchen gegen das Schienbein trat.

Die 40-Jährige war zu dem Zeitpunkt für das Internet-Fernsehen N1TV tätig, das zur Mediengruppe der rechtsextremen Jobbik-Partei gehört. Der Sender entließ sie, nachdem der Vorfall bekanntgeworden war.    

Die ungarische Polizei verhörte die Kamerafrau. Sie werde wegen der Geschehnisse bei Röszke der Störung der öffentlichen Ordnung verdächtigt, teilte die Polizei auf ihrer Webseite mit.

Schreiben der Kamerafrau, ung.

Mitteilung der Polizei, ung.

Videos bei "Spiegel Online"

Meistgelesen

Gewinner und Verlierer: Der Saarland-Wahltag in Bildern
Gewinner und Verlierer: Der Saarland-Wahltag in Bildern
Die Vereidigung von Bundespräsident Steinmeier im Ticker zum Nachlesen
Die Vereidigung von Bundespräsident Steinmeier im Ticker zum Nachlesen
Kabinett will verurteilte Homosexuelle rehabilitieren
Kabinett will verurteilte Homosexuelle rehabilitieren
Heute Landtagswahl im Saarland: Das sagen die letzten Umfragen
Heute Landtagswahl im Saarland: Das sagen die letzten Umfragen

Kommentare