Unizulassung: Start des Online-Systems fraglich

Berlin - Der Start des neuen Hochschulzulassungssystems via Internet zum Wintersemester 2011/2012 ist fraglich. Grund sind neue technische Probleme vor allem bei den Hochschulen.

Dies wurde am Mittwoch bei einer Anhörung des Bundestags-Bildungsausschusses deutlich. Der für die technische Einführung zuständige Informatik-Wissenschaftler Stefan Jähnichen vom Berliner Fraunhofer-Institut warnte davor, trotz möglicher Fehler das neue System “mit aller Gewalt zum nächsten Wintersemester an den Start zu bringen“.

Das geplante “Dialogorientierte Serviceverfahren“ bei der Hochschulzulassung soll das seit Jahren beklagte Einschreib-Chaos in den Numerus-clausus-Studiengängen beendeten und Doppelzulassungen von Studienbewerbern ausschließen. Dies führt bislang regelmäßig zur Blockade freier Studienplätze. Befürchtet wird, dass sich die Situation in diesem Jahr durch doppelte Abiturientenjahrgänge wegen der Schulzeitverkürzung weiter zuspitzen wird. Auch wird wegen der Wehrdienst-Aussetzung mit einem weiteren Anstieg der Bewerberzahlen gerechnet.

Die Stiftung Hochschulstart hatte am Vortag in einer Erklärung eingeräumt, dass das Internet-Portal für Studienbewerber nicht wie geplant zum 15. April, sondern erst zum 15. Mai geöffnet werden kann. Dadurch soll den Hochschulen mehr Zeit bleiben, ihre Studienplatzangebote einzustellen. Nach Jähnichens Angaben soll die endgültige Start-Entscheidung am 28. April erfolgen. “Wir sind noch nicht über den Berg“, sagte der Wissenschaftler. Die Zahl der Fehler bei den Tests sei größer als erwartet gewesen.

Jähnichen sagte weiter, Deutschland bekomme “das anspruchsvollste und komfortabelste Zulassungssystem in ganz Europa“. Studenten und Hochschulmitarbeiter, die Tests erlebt hätten, seien begeistert gewesen. Gleichwohl ist die Beteiligung aller deutschen Hochschulen an dem neuen Zulassungssystem immer noch nicht gesichert. Bislang haben nur die Länder Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz die Voll-Teilnahme ihrer Hochschulen garantiert. Im Hintergrund schwelt ein Streit zwischen Ländern und Hochschulen, wer die Kosten von etwa 20 Euro pro Vermittlung übernehmen soll. Wie bei der Anhörung auch bekannt wurde, sind anders als zunächst geplant alle Lehramtsstudiengänge bei dem neuen Verfahren außen vor.

dpa

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