Unzufriedenheit mit schwarz-gelber Koalition

+
Die Unzufriedenheit mit der schwarz-gelben Bundesregierung ist nach dem ARD-Deutschlandtrend unverändert hoch.

Köln - Die Unzufriedenheit mit der schwarz-gelben Bundesregierung ist nach dem ARD-Deutschlandtrend unverändert hoch. Lesen Sie hier die größten Kritikpunkte der Bundesbürger an der Regierung:

18 Prozent der Umfrageteilnehmer sind mit der Arbeit zufrieden, das sind zwei Prozentpunkte mehr als im August. 81 Prozent zeigten sich unzufrieden. 86 Prozent geben als Grund ihrer Kritik an, dass “nicht erkennbar ist, was diese Regierung eigentlich will“. 81 Prozent finden, dass “die Bundesregierung sich nicht um die Interessen der kleinen Leute kümmert“.

79 Prozent halten die Koalition aus CDU/CSU und FDP für überfordert mit den gegenwärtigen Problemen. 77 Prozent meinen, dass “es zu viel Streit in der Bundesregierung gibt“, und 68 Prozent, dass “in der Regierung überzeugende Persönlichkeiten fehlen“. Mehr als jeder zweite Befragte (55 Prozent) glaubt, dass “sich die Regierung zu sehr um die Interessen der Wirtschaft kümmert“. Und 50 Prozent der Unzufriedenen sind “von der Bundeskanzlerin enttäuscht“. Bei der Sonntagsfrage (Wen würden Sie wählen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre?) gibt es nur leichte Änderungen des Wählerverhaltens: Die Union gewinnt im Vergleich mit August einen Punkt hinzu und erreicht 32 Prozent.

Merkels Minister: Wer ist Experte und wer Azubi?

Merkels Minister: Wer ist Experte und wer Azubi?

Die neue Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) steht. Wie im Fußball kommt es auch in der Politik auf die Mannschaft an. Entscheidende Frage dabei: Wer tritt sein Amt als Experte an? Und welche Minister sind Azubis - haben also wenig Ahnung von der Materie. Ein Überblick: © dpa
WIRTSCHAFT: Rainer Brüderle (FDP): Er gilt als herausragender Wirtschafts-Fachmann seiner Partei. Von 1987 bis zu seinem Einzug in den Bundestag im Jahr 1998 war Brüderle Wirtschaftsminister in Rheinland-Pfalz. © dpa
Seit 1988 profiliert er sich als zudem als wirtschaftspolitischer Sprecher der Freien Demokraten. Für den 64-Jährigen ist es die letzte Chance auf ein Bundesministerium gewesen. Gilt als betont mittelstandsfreundlich. Wirtschaftsverbände begrüßten seine Ernennung. © dpa
Fazit: Sehr erfahren! Bringt deutlich mehr Fachwissen und Regierungserfahrung mit als sein Amtsvorgänger Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Der leutselige Brüderle tritt allerdings weit weniger elegant auf als der adelige Christsoziale. © dpa
VERTEIDIGUNG: Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Der Unteroffizier der Reserve zu Guttenberg (leistete seinen Wehrdienst bei den Gebirgsjägern in Mittenwald) wird künftig die deutsche Armee führen. © dpa
Auch wenn er sich im Amt des Bundeswirtschaftsministers hohes Ansehen erarbeitet hat: Zu Guttenberg ist ein "geborener" Außen- und Verteidigungspolitiker. Der Oberfranke war Obmann im Auswärtigen Ausschuss des Bundestags und von 2005 bis zu seiner Ernennung als CSU-Generalsekretär im November 2008 Sprecher der Unions-Fraktion für Abrüstung. © dpa
Der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr ist sein Spezialgebiet. 2007 erarbeitete er mit dem SPD-Abgeordneten Hans-Ulrich Klose ein umstrittenes Papier, das den Einsatz der Bundeswehr im stark umkämpften Süden des Landes forderte - viele in der Union grollten. © dpa
Fazit: Absoluter Experte auf seinem Politikfeld. Bringt die besten Voraussetzungen für sein Amt mit. Neben seinem Fachwissen spricht zu Guttenberg fließend Englisch und bewegt sich charismatisch auf der internationalen Bühne. © dpa
LANDWIRTSCHAFT, ERNÄHRUNG UND VERBRAUCHERSCHUTZ: Ilse Aigner (CSU). Folgte ihrem Parteichef Seehofer im Oktober 2008 ins Amt und wird sich auch weiterhin um die Belange der Landwirte und Verbraucher kümmern. © dpa
Möglicher Grund für ihren Verbleib im Kabinett: Seehofer hat in den Koalitionsverhandlungen 750 Millionen Euro Soforthilfe für die protestierenden Bauern herausgeholt. Künftige Wohltaten für die Landwirte sollen möglichst mit einer CSU-Politikerin in Verbindung gebracht werden. © dpa
Aigner trat mehrfach ins Fettnäpfchen. So stemmte sie sich gegen die Veröffentlichung der EU-Agrarsubventionen im Internet, die dann doch offengelegt wurden. Im Frühjahr verbot Aigner den Genmais MON810. Nur wenig später erlaubte sie den Anbau der Genkartoffel Amflora in einem Freilandversuch. Aigner gewann aber Sympathien als Kämpferin für die Interessen der Milchbauern. © dpa
Fazit: Die Azubi-Phase hat sie langsam hinter sich gebracht. Kann in den kommenden vier Jahren zur Expertin werden. © dpa
ARBEIT: Franz Josef Jung (CDU). Die mächtige Hessen-CDU hat einen Stammplatz in jeder unionsgeführten Regierung. © dpa
Ministerpräsident Roland Koch wollte nicht Minister werden. Deshalb darf Jung es bleiben. Der gibt das Verteidigungsressort an zu Guttenberg ab und übernimmt dafür Arbeit. © dpa
Gleich nach seiner Ernennung versicherte Jung in "Bild am Sonntag": „Arbeit war schon immer mein Herzensthema.“ Als Anwalt sei er früher auf Arbeitsrecht spezialisiert gewesen. Mehrfach habe er in CDU-Wahlprogrammen auch die Passagen zu „Arbeit und Soziales“ verfasst, versicherte das Blatt. © dpa
Fazit: Jungs Azubi-Phase im Arbeitsministerium wird nicht allzu lange dauern. Hat das Zeug zum Experten. © dpa
ÄUSSERES: Guido Westerwelle (FDP). Der Liberalen-Chef galt bislang als reiner Wirtschaftspolitiker. In seinem neuen Job muss er überraschenderweise öfter die Koffer für Auslandsreisen packen. © dpa
In Berlin wurde spekuliert, dass Westerwelle in den Koalitionsverhandlungen zunächst mit dem Außenministerium pokert, dieses dann aber im Tausch gegen ein Superministerium für Wirtschaft- und Finanzen tauschen werde. Denkste! © dpa
In einer Rede vor der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik im Mai 2009 skizzierte der FDP-Chef seine Leitlinien: Kooperation innerhalb der EU, Schulterschluss mit den USA, Abrüstung, freier Handel und ein Bekenntnis zu den Menschenrechten. Nichts Revolutionäres, sondern die Grundzüge der deutschen Außenpolitik seit jeher. © dpa
Sein bislang einziger Vorstoß: Westerwelle will ein atomwaffenfreies Deutschland. © dpa
Fazit: Außenpolitisch ist Westerwell ein völliger Azubi. Muss sich erst noch in die Materie einarbeiten - und vor allem Englisch pauken, damit er die Fragen ausländischer Journalisten künftig besser beantworten kann. © dpa
JUSTIZ: Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP). Die streitbare Liberale kehrt in ihr altes Ministerium zurück. © dpa
1992 hatte sie als erste Frau in der Geschichte der Bundesrepublik das Justizressort übernommen. Aus Protest gegen den Großen Lauschangriff, den die FDP gebilligt hatte, trat sie im Januar 1996 zurück. Die Linksliberale gilt als vehemente Kämpferin für die Bürgerrechte. © dpa
Fazit: Absolute Expertin auf ihrem Fachgebiet: Sie bringt Regierungserfahrung mit und wird sich in "ihrem" alten Haus schnell wieder einleben. © dpa
FAMILIE, SENIOREN, FRAUEN UND JUGEND: Ursula von der Leyen (CDU). Der Ärztin wurden Ambitionen auf das Gesundheitsministerium nachgesagt. Doch das holte sich die FDP in den Koalitionsverhandlungen. © dpa
Von der Leyen bleibt in ihrem bisherigen Ressort. Unter ihrer Ägide wurde in Deutschland das Elterngeld eingeführt. Von der Leyen kämpfte zudem entschlossen für den Ausbau der Krippenplätze und für eine Verschärfung des Jugendschutzes. © dpa
Zum Rohrkrepierer wurde ihre Idee, Seiten mit kinderpornographischem Inhalt sperren zu lassen. Computerexperten hielten das für Aktionismus und von der Leyen handelte sich den Spitznamen "Zensursula" ein. Die FDP kassierte die Internet-Sperren in den Koalitionsverhandlungen. © dpa
Fazit: Expertin. Bei dem Tempo das sie in den vergangenen vier Jahren vorgelegt hat, sind aus ihrem Ministerium auch in der kommenden Legislaturperiode einige Vorstöße zu erwarten. © dpa
KANZLERAMT: Ronald Pofalla (CDU). Der bisherige CDU-Generalsekretär gilt als enger Vertrauter von Bundeskanzlerin Angela Merkel, als Mitglied ihrer "Boygroup". So wird die kleine Männertruppe genannt, die Merkel seit ihrer Zeit als CDU-Generalsekretärin eisern die Treue hält. © dpa
Kein Wunder, dass "Mutti" (Merkels Spitzname in Unionskreisen) den ergebenen Ronald als Kanzleramtsminister an ihre Seite ins Zentrum der Macht setzt. © dpa
Pofallas Aufgaben als Kanzleramtsminister: Kabinettssitzungen vorbereiten, Streitereien zwischen Ministerien schlichten und die Arbeit der Ministerien durch „Spiegelreferate“ im Bundeskanzleramt kontrollieren. © dpa
Fazit: Ergebener Experte für die Wünsche seiner Chefin. Pofalla wird Merkel den Rücken freihalten. In Pofallas Ministerium zählt emotionale Intelligenz zuweilen mehr als Fachwissen. © dpa
UMWELT: Norbert Röttgen (CDU). War bislang Parlamentarischer Geschäftsführer der Unions-Fraktion. Hielt sich zu Höherem berufen. Darf nun ins Umweltministerium aufrücken. © dpa
Von der Materie hat er wenig Ahnung. Röttgen tat sich bislang fast ausschließlich auf dem Gebiet der Wirtschafts- und Rechtspolitik hervor. So viel ist bekannt: Röttgen hält den Atomausstieg für Unfug und setzt gleichzeitig auf die Förderung erneuerbarer Energien. © dpa
Röttgen gilt ebenfalls als Mitglied von Merkels "Boygroup". Bekommen Sie langsam eine Ahnung, wie man es in der CDU zu etwas bringt? © dpa
Fazit: Azubi, dem "Mutti" einiges zutraut. Die Kanzlerin gefällt sich als Klimaschützerin. Es heißt, dass sie sich von Röttgen eine weitere Politur des Öko-Images der CDU erwartet. © dpa
INNERES: Thomas de Maizière (CDU): Muttis Minister, der Dritte. © dpa
Der bisherige Kanzleramtsminister de Maizère gilt als Merkels engster politischer Mitarbeiter. © dpa
Verfügt auch über Regierungserfahrung. De Maizière war bereits Finanz-, Justiz- und Innenminister in Sachsen. Gilt als diszipliniert, verschwiegen und umgänglich. © dpa
Fazit: Experte. Dem Ex-Innenminister dürfte es wenig Mühe bereiten, Schäubles Ministerium zu übernehmen. © dpa
VERKEHR, BAU UND STADTENTWICKLUNG: Peter Ramsauer (CSU): War bislang Vorsitzender der CSU-Landesgruppe. Wäre es auch gerne geblieben. © dpa
Vor einem Jahr hatte Ramsauer das Angebot noch ausgeschlagen, Bundeslandwirtschaftsminister zu werden, und wenig später auch auf den Posten des Wirtschaftsministers verzichtet. Nach eigener Aussage konnte Ramsauer dieses Mal nicht mehr „Nein“ sagen. © dpa
Das Verkehrsministerium ist für die CSU attraktiv, weil sich von dort aus zahlreiche Projekte für Bayern verwirklichen lassen. © dpa
Der gelernte Müllermeister Ramsauer ist bisher als Verkehrsexperte nicht in Erscheinung getreten. Allgemein wird aber erwartet, dass er sich als Arbeits- und Wirtschaftsexperte leicht in die Themen Bau, Wohnungswesen und Verkehr einarbeitet. © dpa
Fazit: Azubi mit dem Zeug zum Experten. © dpa
GESUNDHEIT: Philipp Rösler (FDP). Der niedersächsische Wirtschaftsminister kennt sich als Arzt bestens in seinem neuen Fachbereich Gesundheitswesen aus. © dpa
Beim Thema Gesundheit war er in den Koalitionsgespärchen bereits Verhandlungsführer der Liberalen. © dpa
Fazit: Experte, der in seinem neuen Ministerium etliche Akzente setzen kann. © dpa
FINANZEN: Wolfgang Schäuble (CDU). Grandseigneur im Kabinett. Der 67-jährige Badener war bereits vor der Wiedervereinigung unter Altkanzler Helmut Kohl Bundesminister. © dpa
Schäuble leitete das Kanzleramt, verhandelte den Einheitsvertrag, er war zweimal Innenminister und führte ab 1991 neun Jahre lang die CDU-Bundestagsfraktion. © dpa
Böse Zungen behaupten, dass Merkel den CSU-Shootingstar zu Guttenberg vom   prestigeträchtigen Finanzministerium fernhalten wollte. Der rasante Aufstieg des Oberfranken soll die Kanzlerin (und CSU-Chef Horst Seehofer) beunruhigt haben. Deshalb habe Merkel das Finanzressort lieber ihrem Erzrivalen Schäuble übertragen. © dpa
Schäubles finanzpolitische Meinung interessierte in den vergangenen Jahren kaum - das heißt aber nicht, dass er von der Materie keine Ahnung hat. So lehnte er die Opel-Rettung ab und trat in Steuerfragen bevorzugt für eine wirtschaftsfreundliche Linie mit Vorrang für Entlastungen zugunsten von Unternehmen ein. © dpa
Zudem lehnte er den geplanten "Schattenhaushalt" aus verfassungsrechtlichen Gründen ab und widersprach Guido Westerwelles Vorstellung, wonach sich Steuersenkungen von alleine finanzieren. © dpa
Fazit: Bloß nicht unterschätzen! Vermutlich weit weniger Azubi als die meisten meinen. Karrieredenken liegt dem alten Politfuchs mittlerweile fern - er kann es sich leisten, der Kanzlerin und ihrem Vize zu widersprechen. © dpa
Überdies besitzt Schäuble als Finanzminister ein Veto-Recht: Das heißt, er kann die Ausgabenträume anderer Minister platzen lassen. Schäuble könnte der unangenehmste Minister für Angela Merkel und Guido Westerwelle werden. © dpa
BILDUNG UND WISSEN: Annette Schavan (CDU). Die promovierte Philosophin und Theologin (katholisch) versteht was von ihrem Themengebiet: © dpa
Ab 1980 arbeitete Schavan bei der Bildungseinrichtung Cusanuswerk, unterbrochen durch ein Jahr als Bundesgeschäftsführerin der CDU-Frauenunion und drei Jahren beim Generalvikariat Aachen. 1995 wurde sie Bildungsministerin in Baden-Württemberg. Zehn Jahre später übernahm sie das Bundesministerium für Bildung und Forschung. © dpa
Fazit: Expertin auf dem Feld der Bildungspolitik. Blieb als Bundesministerin bislang profillos. Ihr enges Verhältnis zu Kanzlerin Angela Merkel verschaffte Annette Schavan wohl eine weitere Amtszeit. © dpa
ENTWICKLUNGSHILFE: Dirk Niebel (FDP). Sein Wechsel ins Entwicklungshilfeministerium kommt unerwartet. Der gebürtige Hamburger gilt als Arbeitsmarkt- und Sozialexperte. © dpa
Niebel muss künftig entscheiden, welche Gelder in welches Land fließen, um Armut, Hunger oder Bildungsnotstand zu bekämpfen. © dpa
Immerhin hat der Hauptmann der Reserve (Fallschirmjäger) auch eine soziale Ader. Nach dem Abitur verbrachte Niebel ein Jahr in einem Kibbuz in Israel. © dpa
Allerdings hält die FDP ein Entwicklungshilfeministerium für überflüssig: Es sollte ihrer Meinung nach abgeschafft werden und im Auswärtigen Amt aufgehen. Entwicklungspolitiker der Grünen haben bereits befürchtet, dass Niebel diese Übernahme vorbereiten soll. © dpa
Fazit: Azubi. Fraglich, ob er zum Experten für ein Ministerium werden will, das es in vier Jahren vielleicht nicht mehr gibt. Oder kommt doch der „soziale“ Niebel durch, der sich für die Belange der Dritten Welt einsetzt? © dpa

Die CDU kommt auf 25,5 Prozent, die CSU auf 6,5 Prozent. Die SPD verliert einen Punkt und erreicht 30 Prozent. Die FDP kommt unverändert auf fünf Prozent. Die Grünen liegen weiter bei 17 Prozent. Die Linke erreicht wie im August zehn Prozent.An der Spitze der Beliebtheitsliste liegt weiterhin Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Mit seiner Arbeit sind 65 Prozent der Deutschen zufrieden (minus 6 Punkte gegenüber dem Vormonat). Bundeskanzlerin Angela Merkel kann mit einer Zustimmung von 48 Prozent im Vergleich zum Vormonat Boden gut machen (plus 7) und steht an fünfter Stelle.

Schlusslicht der abgefragten Politiker ist Außenminister Guido Westerwelle mit einer Zustimmung von 19 Prozent. Dies sind 3 Punkte weniger im Vergleich zum Vormonat und der schlechteste Wert, der je für ihn im ARD-DeutschlandTrend gemessen wurde. Auf Platz 2 steht SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier mit einer Zustimmung von 55 Prozent (plus 2). Steinmeier löst damit Arbeitsministerin Ursula von der Leyen ab, die mit einer Zustimmung von 53 Prozent auf Platz 3 liegt (minus 3). An vierter Stelle kommt Finanzminister Wolfgang Schäuble (49 Prozent Zustimmung, minus 4 Punkte gegenüber dem Vormonat).

Merkel 10 Jahre CDU-Chefin: ein Rückblick

Merkel 10 Jahre CDU-Chefin - ein Rückblick

Eine Frau als Boss: Das hat es für die CDU - ja überhaupt für eine deutsche Volkspartei - vor dem Jahr 2000, dem Beginn der Ära Merkel, noch nie gegeben. © dpa
Nur zwei CDU-Granden hatten den Parteivorsitz noch länger inne als die promovierte Physikerin aus dem Osten. Nämlich Kanzler Konrad Adenauer (leitete die Partei von 1950 bis 1966)... © dpa
...und Altkanzler Helmut Kohl (CDU-Boss von 1973 bis 1998). © dpa
Am 10. April 2000 bekam die damals 45-jährige Merkel auf dem Parteitag in Essen 95,9 Prozent der Stimmen. © dpa
Merkel kandidierte, nachdem Wolfgang Schäuble wegen der Spendenaffäre den Parteivorsitz niedergelegt hatte. © dpa
“Die Stunde unserer Gegner ist vorbei. Es geht jetzt wieder zur Sache. Wir sind wieder da“, rief sie damals, als die CDU von der Affäre schwer getroffen war. © dpa
Zunächst musste sich Merkel in der Union gegen den CSU-Chef und bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber durchsetzen. Dass Merkel zunächst in seinem Schatten stand symbolisiert dieses SPD-Plakat von 2001. © dpa
2002 musste Merkel Stoiber die Kanzler-Kandidatur antragen - zu ihrem Glück, denn Stoiber scheiterte knapp gegen Gerhard Schröders rot-grünes Bündnis. © dpa
Bei den vorgezogenen Neuwahlen 2005 forderte Merkel dann selbst Schröder heraus. In ihrem Kompetenzteam vor der Wahl war Stoiber als künftiger Wirtschaftsminister vorgesehen. Nur wollte er davon nach der Wahl nichts mehr wissen. © dpa
Merkels CDU wurde bei der Bundestagswahl stärkste Pareti - doch für das geplante Bündnis mit der FDP reichte es nicht. Merkel löste als Kanzlerin einer Großen Koalition mit der SPD Gerhard Schröder ab. © dpa
Nach der Bundestagswahl 2009 reichte es dann für Schwarz-Gelb. Bislang rappelt es allerdings mächtig im Koalitions-Karton. Allerdings leidet vor allem die FDP in den derzeitigen Umfragen. © dpa
Die CDU-Vorsitzende blickt gespannt auf die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 9. Mai. © dpa
Dort geht es für ihre Partei nicht nur um die Fortsetzung der schwarz-gelben Koalition von NRW- Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU), sondern auch um die Bundesratsmehrheit von Union und FDP. © dpa
Die nächsten Wochen würden darüber entschieden, “ob wir eine Politik mit unserer Handschrift auch in den nächsten Jahren fortsetzen können“, sagte Merkel auf einem Kleinen CDU-Parteitag vor einigen Tagen. © dpa
Rüttgers lobte die Zusammenarbeit mit der CDU-Chefin. “Angela Merkel ist zuverlässig, berechenbar und klar“, sagte Rüttgers der Deutschen Presse-Agentur. © dpa
Rüttgers: “Sie ist beliebt in West und Ost - und wir in Nordrhein-Westfalen haben in ihr eine starke Partnerin.“ © dpa
Auch der frühere sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) würdigte Merkel: “Keiner der CDU-Granden in Bund und Ländern zeigt den gleichen Mut und die gleiche politische Entschlossenheit.“ © dpa
Biedenkopf weiter: "Wenn es um wirklich Wichtiges geht, sei sie so entscheidungsfreudig wie vor zehn Jahren - “und ebenso entschlossen, es zu bleiben“. © dpa
Innerhalb der Partei wird Merkel auch immer wieder vorgeworfen, sie vernachlässige den konservativen Flügel. © dpa
Dies weist sie zurück und verweist auf alle Flügel der CDU. © dpa
Bundesweit ist die CDU derzeit zwar nicht im Stimmungstief, wohl aber der Koalitionspartner FDP. © dpa
Merkel 10 Jahre CDU-Chefin - ein Rückblick © dpa
“Wenn wir unsere Aufgaben in der Koalition konzentriert anpacken, werden sich die Umfragen für uns wieder zum Positiven entwickeln“, sagte Merkel kürzlich in einem Interview. © dpa
Die Infografik zeigt die Regierungsbeteiligungen der CDU in den Ländern 2000 und 2010 im Vergleich sowie die Zahl der Parteimitglieder. Heute regiert die Union in deutlich mehr Ländern mit. Aber schwarze Alleinregierungen sind passé. Trend der Stunde ist Schwarz-Gelb. Und Trend der Zukunft? Vielleicht Schwarz-Grün? © dpa
Merkels Führungsanspruch in der CDU ist nicht unangefochten. Immer wieder haben sich Rivalen zu Wort gemeldet - gegen die die Kanzlerin sich aber durchsetzte. Zum Beispiel gegen Hessens Ministerpräsident Roland Koch. © dpa
Oder gegen Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff. Er kann Merkels Position als Kanzlerin derzeit auch nicht gefährlich werden. © dpa
NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers demonstriert derzeit Einigkeit mit der Kanzlerin. Wie authentisch diese ist, darüber darf gerätselt werden. Rüttgers' Koalition drohen wegen des schwarz-gelben Schlingerkurses massive Verluste bei der anstehenden Landtagswahl. © dpa
Galt ebenfalls als Rivale: Der frühere baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger. Der wurde elegant als Energiekommissar nach Brüssel weggelobt. © dpa
Von ihrem Förderer, Altkanzler Helmut Kohl, hat Merkel sich im Jahr 2000 während der Spendenaffäre distanziert. Kohl legte den Ehrenvorsitz der CDU nieder. © dpa
Zu Kohls 80. Geburtstag wollten ihm CDu-Politiker den Ehrenvorsitz wieder antragen.  Merkel hielt nichts davon: „Diese Frage stellt sich nicht mehr.“ © dpa
Bayerns Ministerpäsident und CSU-Chef Horst Seehofer poltert zuweilen gegen die Pläne der Kanzlerin. Doch Seehofer bleibt vorsichtig mit seinen Angriffen. Er sagt über Merkel auch: „Wer sie unterschätzt, hat schon verloren.“ © dpa
Zu Merkels Vertrauten gehört Bildungsministerin Annette Schaven. Journalist und Politik-Berater Michael Spreng bloggte nach der Wahl im Herbst 2009: "Ihre Vertraute und CDU-Stellvertreterin Annette Schavan darf trotz völliger Profillosigkeit Bildungsministerin bleiben. Sie wird für Merkels inneren Abwehrring in der CDU noch gebraucht." © dpa
Merkels Vertrauter Thomas de Maizière wurde vom Kanzleramt ins Innenministerium gehievt. © dpa
Ins Kanzleramt ist dafür Merkel-Intimus Ronald Pofalla eingezogen. © dpa
Der ihr gegenüber immer loyale Volker Kauder bleibt CDU-Fraktionschef. © dpa
Auch Umweltminister Norbert Röttgen gehört zum engsten Kreis um Angela Merkel. Zuvor Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion bekleidet er seit der Wahl das Amt des Umweltministers. © dpa
Zum engsten Kreis um Angela Merkel gehört auch Peter Hintze. Er ist seit 2005 Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie. "Merkels treuer Gefolgsmann", bloggte Michael Spreng. © dpa
Auch Hermann Gröhe verdankt seinem Aufstieg der Nähe zu Angela Merkel. Am 1. Oktober 2008 übernahm Gröhe die Nachfolge der Merkel-Vertrauten Hildegard Müller als Staatsminister bei der Kanzlerin. Nach der Bundestagswahl  stieg er zum CDU-Generalsekretär auf. © dpa

Könnten die Deutschen den Bundeskanzler direkt wählen und würden Bundeskanzlerin Angela Merkel und SPD-Chef Sigmar Gabriel gegeneinander antreten, würden sich 45 Prozent für Angela Merkel und 33 Prozent für Sigmar Gabriel entscheiden. Bei einer Wahl zwischen Merkel und SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier würden 41 Prozent die Amtsinhaberin und 38 Prozent Steinmeier wählen. Für die Sonntagsfrage im Auftrag der ARD-Tagesthemen hat das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap von Montag bis Mittwoch dieser Woche 2.006 Wahlberechtigte bundesweit telefonisch befragt.

DAPD

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Putin-Poker um Nord Stream 2? Warum die EU aus der Energiepreis-Misere jetzt Schlüsse ziehen muss
POLITIK
Putin-Poker um Nord Stream 2? Warum die EU aus der Energiepreis-Misere jetzt Schlüsse ziehen muss
Putin-Poker um Nord Stream 2? Warum die EU aus der Energiepreis-Misere jetzt Schlüsse ziehen muss
Anschlag auf Weihnachtsmarkt - Ersthelfer gestorben
POLITIK
Anschlag auf Weihnachtsmarkt - Ersthelfer gestorben
Anschlag auf Weihnachtsmarkt - Ersthelfer gestorben
WHO-Experten: „Covid-19 hat eine kaputte Welt entlarvt“
POLITIK
WHO-Experten: „Covid-19 hat eine kaputte Welt entlarvt“
WHO-Experten: „Covid-19 hat eine kaputte Welt entlarvt“
Corona in Deutschland: RKI veröffentlicht aktuelle Fallzahlen - Inzidenz steigt weiter
POLITIK
Corona in Deutschland: RKI veröffentlicht aktuelle Fallzahlen - Inzidenz steigt weiter
Corona in Deutschland: RKI veröffentlicht aktuelle Fallzahlen - Inzidenz steigt weiter

Kommentare