Wieder Diskussion um Waffengesetze

Obama: Schießereien wie Oregon sind "eine Art Routine"

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Obama zeigte sich bei seinem Statement im Weißen Haus sichtlich betroffen.

Washington - Nach dem Amoklauf in Oregon ist in den USA die Debatte über eine Verschärfung der Waffengesetze wieder entbrannt. Präsident Obama sagte frustriert, dass Schießereien "zu einer Art Routine" geworden seien.

"Wir stumpfen ab", warnte Obama nach dem Blutbad an einem Community College in Roseburg im Bundesstaat Oregonmit 10 Toten. "Wir können durchaus etwas dagegen tun, aber dafür müssen wir unsere Gesetze ändern." Er könne das freilich nicht im Alleingang durchsetzen, sagte Obama. Er "brauche einen Kongress", der zur Zusammenarbeit bereit sei.

"Gebete sind nicht genug", sagte der US-Präsident. Es dürfe nicht sein, dass jemand, der anderen Menschen schaden wolle, "so leicht" an Waffen komme. In der Vergangenheit war Obama immer wieder am Widerstand der Republikaner mit Initiativen für ein schärferes Waffenrecht gescheitert.

In seiner 15. Erklärung zu Massenschießereien seit seinem Amtsantritt 2009 sagte Obama, während derartige Amokläufe "zu einer Art Routine" geworden seien, sei auch seine Reaktion letztlich wieder "Routine". Ebenso sei "natürlich die Antwort derjenigen Routine, die jegliche Art von sinnvollen Waffengesetzen ablehnen".

Die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton erklärte, es gehe "über ihre Vorstellungskraft hinaus, dass diese Massenmorde wieder und wieder geschehen". Sie sei überzeugt, "dass es einen Weg hin zu sinnvollen Waffenkontrollen gibt".

Republikaner vermeiden Thema Waffen

Rettungskräfte kümmern sich am Tatort um die zum Teil schwer verletzten Opfer.

Republikanische Präsidentschaftsbewerber beteten für die Opfer, vermieden aber das Thema Waffengesetze: Der Ex-Gouverneur von Florida, Jeb Bush, sagte, er bete "für die Opfer und Familien, die von dieser sinnlosen Tragödie getroffen wurden". Sein Mitbewerber, der pensionierte Neurochirurg Ben Carson, erklärte, es werde "diejenigen geben, die Waffenkontrollen fordern". Dies sei aber nicht das Thema. Es gehe darum, psychische Störungen der Täter früher zu erkennen.

Der Schütze am Umpqua Community College in Roseburg wurde von US-Medien inzwischen als der 26-jährige Chris Harper Mercer identifiziert. Augenzeugen zufolge eröffnete er in einem Unterrichtsraum das Feuer, ging dann in weitere Räume und erschoss gezielt seine Opfer. Die Polizei konnte den Schützen später lokalisieren und lieferte sich eine Schießerei mit ihm, bei der er getötet wurde.

Bezirks-Sheriff John Hanlin sprach nach der Bluttat von zehn bestätigten Todesopfern und sieben Verletzten, einige wurden demnach schwer verwundet. Hanlin bestätigte, dass der Täter identifiziert sei, weigerte sich aber dessen Namen zu veröffentlichen. "Sie werden mich nie diesen Namen sagen hören", sagte Hanlin. Er werde dem Täter nicht diese Ehre erweisen.

"Wir waren alle so in Panik"

Augenzeugen berichteten von erschütternden Szenen: Eine Kommilitonin sei aus dem Zimmer gelaufen, um zu sehen was los war, und direkt erschossen worden, sagte die Studentin Cassandra Welding CNN. "Dann haben wir die Türen verriegelt und das Licht gelöscht, wir waren alle so in Panik."

Der Vater einer anderen Studentin sagte dem Sender, der Schütze, der nicht an dem College studierte, habe die christlichen Studenten aufgefordert, aufzustehen und diese erschossen. "Er sagte, 'gut, weil Du Christ bist, wirst Du Gott in nur etwa einer Sekunde sehen'", sagte Stacy Boylan. Seine Tochter habe überlebt, weil sie sich totgestellt habe.

Das Motiv der Tat war zunächst unklar. Die Behörden prüften Einträge in sozialen Netzwerken, mit denen er die Tat womöglich ankündigte. Mehreren Berichten zufolge wurden am Tatort vier Waffen und ein Handy mit Nachrichten gefunden, die sich offenbar auf den Amoklauf bezogen.

AFP

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