USA: Drastisches Sparen gefährdet Wachstum

Berlin - Deutschland und die USA suchen weiter nach einer gemeinsamen Linie bei der Ankurbelung der Wirtschaft und beim Abbau der Staatsschulden. Noch haben beide Länder unterschiedliche Ansätze. 

Zwar bekräftigten Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und sein US-Kollege Timothy Geithner den Willen, zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen. Nach einem Treffen am Donnerstag in Berlin verwiesen beide Politiker aber auch darauf, dass es unterschiedliche Ansätze gebe.

Schäuble verteidigte den Kurs der Bundesregierung und anderer Euro-Staaten, die Staatsdefizite drastisch abzubauen. Diese seien eine Hauptursache der Euro-Krise. “Sie müssen maßvoll reduziert werden.“ Anders als die USA habe Deutschland zudem mit einer rückläufigen und alternden Bevölkerung zu kämpfen bei gleichzeitig geringem Wachstumsaussichten. Dies müsse berücksichtigt werden.

Die USA werfen Deutschland und anderen Staaten vor, sie gefährdeten mit ihren drastischen Sparprogrammen das weltweite Wachstum. Geithner betonte nach dem Treffen mit Schäuble, es gehe nicht nur darum, die Haushaltspolitik zu stärken, sondern auch Wachstum und Beschäftigung. Es sei eine ausgewogene Strategie nötig. “Wir brauchen Bewegungsspielraum und Flexibilität“. China etwa habe erkannt, dass es die Inlandsnachfrage stärken müsse.

dpa

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