Vizegouverneur bei Anschlag in Afghanistan getötet

Kabul - Der stellvertretende Gouverneur der südafghanischen Provinz Kandahar ist am Samstag bei einem Selbstmordanschlag getötet worden.

Nach Angaben des Innenministeriums rammte der Attentäter mit einem Motorrad das Auto von Abdul Latif Aschna und sprengte sich selbst in die Luft.

Die Taliban bekannten sich in einer schriftlichen Stellungnahme zu dem Anschlag, bei dem auch drei Leibwächter verletzt wurden. Der Vize-Gouverneur war den Angaben des Ministeriums zufolge auf dem Weg in sein Büro in Kandahar, als der Attentäter zuschlug. Der US-Botschafter in Afghanistan bezeichnete den Verlust des Politikers als einen “herben Rückschlag“ für die Herstellung von Sicherheit in der von Unruhen geprägten Provinz im Süden des Landes.

Bei einem Bombenanschlag in Kabul wurden unterdessen sechs Mitglieder einer prominenten Familie der Hauptstadt getötet. Ein Selbstmordattentäter sprengte sich in einem Supermarkt in die Luft und tötete einen Arzt, dessen Ehefrau und die vier gemeinsamen Kinder. Die Ehefrau arbeitete für die Afghanische Unabhängige Menschenrechtskommission, ihre Mutter ist eine juristische Beraterin von Präsident Hamid Karsai. Karsai äußerte sich in einer Stellungnahme bestürzt über die Todesfälle. Insgesamt kamen bei dem Anschlag acht Menschen ums Leben.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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