Volkstrauertag

Gauck ruft zu Frieden und Gewaltlosigkeit auf

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Bundespräsident Joachim Gauck spricht im Berliner Reichstagsgebäude bei der zentralen Veranstaltung zum Volkstrauertag.

Berlin - Zum Volkstrauertag hat Bundespräsident Joachim Gauck die Menschen zum Einsatz für Frieden und Gewaltlosigkeit in Deutschland und weltweit aufgerufen.

Gauck erinnerte am Sonntag bei der zentralen Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag an die Opfer von Kriegen, aber auch von Terrorismus, Rassismus und religiösem Hass. Auch in Deutschland seien Menschen Opfer geworden durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache. „Unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter Menschen, zu Hause und in der ganzen Welt“, mahnte Gauck.

Hasselfeldt fordert Erinnerung

Der Bundespräsident hielt das Totengedenken bei der Veranstaltung im Berliner Reichstagsgebäude. Die CSU-Landesgruppenvorsitzende Gerda Hasselfeldt als Hauptrednerin mahnte, die Erinnerung und Mahnung dürfe nicht nur Thema eines Tages sein, sondern sei eine „nie endende Aufgabe“, an die Opfer zu erinnern, auf die Ursachen hinzuweisen und daraus Lehren zu ziehen.

Als eine dieser Lehren nannte Hasselfeldt den europäischen Einigungsprozess. Europa habe sich zur Friedensunion entwickelt. Auch die Gemeinschaftsführung Euro sei Teil des europäischen Weges und habe damit eine friedensstiftende Wirkung. An die junge Generation appellierte die CSU-Politikerin, trotz gelegentlicher Rückschläge das Projekt Europa mit Zuversicht und Tatkraft weiterzuentwickeln.

Kriegsgräber als „Mahnmale für den Frieden“

Bundesweit war am Sonntag der Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft gedacht worden. An der zentralen Gedenkstunde nahmen rund 1.300 Gäste teil, darunter Politiker, Diplomaten, Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften und Angehörige von Soldaten und Einsatzkräften, die im Ausland ums Leben kamen. Mit Gauck, Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), Verteidigungsminister Thomas de Maiziere (CDU), Bundesratspräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Bundesverfassungsgerichtspräsident Andreas Voßkuhle waren alle Verfassungsorgane vertreten. Zuvor hatten sie an der Neuen Wache in Berlin Kränze niedergelegt.

Der deutsche Weltkriegsveteran Heinrich Pankuweit, Jahrgang 1925, berichtete den Teilnehmern von seinen schrecklichen Kriegserlebnissen. Er habe den Kriegsbeginn als 13-jähriger Schüler und das Kriegsende als 19-jähriger in Gefangenschaft erlebt, sagte Pankuweit, der 1944 in Frankreich an die Front musste. Seine Mutter habe ihren Mann im ersten Weltkrieg verloren sowie einen Sohn, seinen Bruder, im Zweiten Weltkrieg. Beide seien sinnlos gestorben.

Das waren die deutschen Bundespräsidenten

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Der Volkstrauertag wird alljährlich im November vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge organisiert, der sich in 45 Ländern um Gräber von 2,5 Millionen Kriegstoten kümmert. Darunter sind auch Jugendliche wie Alexandra Simtion, die bei der Gedenkfeier auftrat. Junge Leute wie sie würden gerade an Gräbern von jungen Menschen, die jung verstorben seien, nachdenklich. 55 Millionen Tote im Zweiten Weltkrieg bedeuten 17 Opfer je Minute, rechnete Simtion vor. Sie bezeichnete die Kriegsgräber als „Lernorte der Geschichte“ sowie „Mahnmal für den Frieden und gegen das Vergessen“.

Von Stefan Uhlmann

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